Berufsunfähigkeitsversicherung - Gute und preiswertere Alternativen sind Mangelware

Quelle: die Bayerische

Die Versicherungsgruppe die Bayerische brachte vor drei Jahren mit BU Protect eine Berufsunfähigkeitsversicherung auf den Markt, die gemeinsam mit Versicherungsmaklern ausgearbeitet wurde. Der Versicherungsbote sprach mit Vorstand Martin Gräfer, wie das Produkt aufgenommen wurde und ob an weiteren Ideen zur Absicherung der Arbeitskraft gearbeitet wird.

Versicherungsbote: 2014 kam die BU Protect auf den Markt, bei deren Produktentwicklung Wünsche und Vorschläge von Maklern mit einbezogen wurden. Wie viele Policen wurden seither verkauft?

Martin Gräfer: Die BU Protect kommt im Markt sehr gut an. Das Neugeschäft hat sich 2014, im Jahr der Einführung, um über 80 Prozent gesteigert. In den Jahren 2015 und 2016 konnte dieses hohe Niveau gehalten werden. Das Produkt trifft genau die Kundenbedürfnisse – das war auch unser Ziel, als wir uns dazu entschieden haben, Makler in die Produktgestaltung miteinzubeziehen. Es ist gerade in der Phase der Entwicklung wichtig zu wissen, welche Anforderungen die Menschen haben, für die wir unsere Produkte gestalten. Denn wer kennt die Belange der Kunden besser als unsere Vermittler, die in unmittelbarem Kontakt mit ihnen stehen?

Wie wurde das Produkt von Maklern angenommen?

Das Feedback der Makler auf die Produktentwicklungs-Workshops war durchweg positiv. Wir haben damit einen Nerv getroffen. Mit den Hinweisen und Anregungen der Berater konnten wir ein Produkt entwickeln, das sich verstärkt an die Kundenbedürfnisse anpasst. Und das kommt auch beim Makler an, wie die gestiegenen Verkaufszahlen zeigen.

Wird weiter an dem Projekt gearbeitet?

Wir haben stetig unser Ohr am Markt und arbeiten kontinuierlich an der Verbesserung und Weiterentwicklung unserer Produkte. Neben den Wünschen und Anregungen der Berater, die wir bereits zu Beginn umsetzen konnten, wurden auch im Nachgang weitere Hinweise unserer Vertriebspartner auf sinnvolle Verbesserungsmöglichkeiten eingearbeitet. So haben wir die BU Protect im vergangenen Jahr nochmals aufgewertet und erweitert. Dementsprechend haben wir das Leistungspaket angepasst und zu den bestehenden Bausteinen Smart, Komfort und Prestige die Kategorie Komfort plus eingeführt. Außerdem haben wir unsere BU um den sogenannten gelben Schein erweitert – eine Arbeitsunfähigkeits-Leistung, die unsere Kunden ab sechs Monaten Arbeitsunfähigkeit für bis zu 18 Monate voll absichert.

Gibt es gegebenenfalls ein weiteres Wunsch-Produkt? (Welches?)

Wir verstehen uns als innovativer Versicherer und entwickeln nicht nur unsere Produkte, sondern auch unsere Strategie kontinuierlich weiter. In der Vergangenheit haben wir viele Produktideen konzipiert und den Markt immer wieder von der anderen Seite beleuchtet, wie das auch bei der BU Protect der Fall war. Wir denken um. Das wird deutlich an unseren jüngsten Produktneuerungen wie unserer Gewerbepolice mit All-Risk-Ansatz oder der Meine-eine-Police, ein Bündelprodukt im Bereich Hab und Gut, welches ebenfalls über eine Allgefahren-Deckung verfügt. Daran möchten wir auch in Zukunft anknüpfen und noch weiter gehen. Wir möchten den Versicherungsansatz neu denken, unseren Kunden nicht nur finanziellen Versicherungsschutz, sondern ein Gesamtpaket bieten. Statt lediglich für den entstanden Schaden aufzukommen, sorgen wir vor, damit ein Schaden gar nicht erst entsteht. Ein Beispiel hierfür ist Safe Home – ein Konzept, das Versicherungsschutz mit Prävention verbindet und durch Smart Home Komponenten unseres Partners devolo das eigene Heim vor Einbruch, Brand oder Wasserschaden absichert. Gerade arbeiten wir auch an einem grünen Produkt, da das Thema Nachhaltigkeit für uns von großer Bedeutung ist. Dazu gibt es aber in Kürze mehr.

Bei BU Protect wurde unter anderem ein Pflegebaustein, mit Leistungen bei Demenz, sowie eine Schwere Krankheitenversicherung (Dread Disease) und eine Infektionsklausel eingebaut. Welche Leistungspunkte könnten in Zukunft ein Thema werden?

Die Absicherung der eigenen Arbeitskraft ist enorm wichtig. Der Markt für Berufsunfähigkeitsversicherungen ist inzwischen dementsprechend sehr gut ausgereift, es gibt einen bunten Strauß an Top-Produkten. Doch gute und preiswertere Alternativen zur BU sind leider noch Mangelware. Und das ist genau der Knackpunkt, der künftig eine große Rolle spielen wird. Denn nicht für jeden kommt eine Berufsunfähigkeitsversicherung in Frage – sei es aufgrund von Vorerkrankungen oder aufgrund finanzieller Aspekte. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, jedem Kunden eine Lösung zur Absicherung der Arbeitskraft anbieten zu können. Neben der von Ihnen bereits angesprochenen „Schwere Krankheitenversicherung“ bieten wir auch eine Existenzsicherungsrente. Mit diesem Konzept zur Einkommensabsicherung „Diagnose X – Income Protect“ steht Beratern und Kunden ein breit gefächertes Produktportfolio zur Verfügung, das bewusst nicht beim Produkt BU endet. Die Tarife sind entweder als Einzelabsicherung oder aber in Kombination mit der BU wählbar und über ein Online-Tool abschließbar.

Die Fragen stellte Jenny Müller