Roland Rechtsreport 2015: Fast jeder Zweite wünscht mehr Volksentscheide

Quelle: enricoelzi@Pixabay.com (Ausschnitt)

Rechtsschutzversicherung: Die Deutschen wünschen sich mehr Mitspracherecht in Form von bundesweiten Volksentscheiden, bewerten Mediation positiv und haben großes Vertrauen in die deutschen Gesetze und Gerichte. Gleichzeitig fürchtet aber auch jede zweite Frau, Opfer einer Straftat zu werden. Das geht aus dem aktuellen Roland Rechtsreport 2015 hervor.

Der Roland Rechtsreport wird jährlich in Zusammenarbeit mit dem Institut für Demoskopie Allensbach erstellt. In diesem Jahr beantwortet der Roland Rechtsreport 2015 auch Fragen zu den größten rechtlichen Sorgen der Deutschen. Darüber hinaus wurde gefragt, was die Bürger vom deutschen Rechtssystem halten und ob sie Vertrauen in wirtschaftliche Institutionen wie Unternehmen und Gewerkschaften haben.

Die Deutschen wollen mit Volksentscheiden abstimmen

Bei politischen Fragen würde gerne mit 45 Prozent fast jeder Zweite mitsprechen und per Volksentscheid abstimmen. Dabei ist der Wunsch nach Volksentscheiden sehr stark vom jeweiligen politischen Thema abhängig. 51 Prozent würden beispielsweise gerne über die Pkw-Maut abstimmen, von denen wiederum 56 Prozent dagegen stimmen würden. 46 Prozent würden gerne bei Fragen zu gentechnisch veränderten Lebensmitteln und 42 Prozent über die Erhöhung der Abgeordnetenbezüge abstimmen. Im Gegenzug möchten bei der Frauenquote nur 15 Prozent über einen Volksentscheid ihre Stimme abgeben. Beim Thema Kompetenzverteilung auf europäischer und nationaler Ebene möchte mit 20 Prozent nur jeder Fünfte einen Volksentscheid.

Straftaten, Verkehrsunfälle und Behandlungsfehler die größten Sorgen der Deutschen

Der Roland Rechtsreport 2015 zeigt die größten Sorgen der Deutschen auf. Die Deutschen sorgen sich demnach mit stolzen 60 Prozent am meisten vor einem Verkehrsunfall. Mit 54 Prozent folgt die Sorge, Opfer eines ärztlichen Behandlungsfehlers zu werden. Bei den Frauen ist die Sorge, Opfer einer Straftat zu werden, mit 51 Prozent sehr weit verbreitet. Hingegen haben Männer mit nur 40 Prozent deutlich weniger Angst vor Straftat wie Diebstahl, Einbruch oder Körperverletzung.

Vertrauen in das deutsche Rechtssystem

Weiterhin viel Vertrauen bringen die deutschen Bürger ihrem Rechtssystem entgegen. Großes oder ziemlich großes Vertrauen in die deutschen Gesetze haben 71 Prozent der Befragten. 63 Prozent vertrauen darüber hinaus in die deutschen Gerichte. Jedoch bemängeln beispielsweise viele Deutsche, dass Verfahren zu lange dauern, zu milde Strafen ausgesprochen werden oder Gesetze zu kompliziert sind.

Kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) genießen bei 84 Prozent der Bevölkerung Vertrauen. Ebenfalls schnitt die Polizei in der Vertrauensfrage mit 74 Prozent sehr gut ab. In große Wirtschaftsunternehmen haben hingegen nur 34 Prozent und in die Kirche nur 35 Prozent Vertrauen. Ebenfalls eher mittelmäßig schneiden mit 41 Prozent die Gewerkschaften ab. Offensichtlich hat nach diversen Auseinandersetzungen bei Bahn und bei der Lufthansa das Vertrauen gelitten.

Gerichtsverfahren per Mediator umgehen

Eine gute Alternative zu einem klassischen Streit vor einem Richter ist die Mediation. Nicht jeder Streit muss damit vor Gericht landen. Von dieser Art der Konfliktlösung haben mit 68 Prozent rund zwei Drittel bereits gehört. Um das jeweilige Problem außergerichtlich zu klären bringt ein ausgebildeter Mediator die zerstrittenen Parteien an einen Tisch. Viele der Befragten sehen dies als eine gute Alternative. 53 Prozent der Befragten, die sich bereits mit der Mediation beschäftigt haben, sind der Meinung, dass sich mithilfe eines Mediators rechtliche Auseinandersetzungen außergerichtlich klären lassen. Von dem Beilegen einer rechtlichen Auseinandersetzung durch eine Mediation sind darüber hinaus 45 Prozent und damit fast jeder Zweite überzeugt.

Quelle: Roland Rechtsschutz