Schwere Krankheiten belasten das Sparschwein

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Wenn der Hauptverdiener einer Familie schwer erkrankt, dann muss auch das Sparschwein leiden. Mehr als jede dritte Familie in Deutschland müsste auf Ersparnisse zurückgreifen, wenn eine Krankheit in der Familie auftritt, ergab eine repräsentative Studie von IPSOS MORI im Auftrag des Versicherers Genworth.

Treten innerhalb einer Familie schwere Krankheiten wie Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall, Niereninsuffizienz oder Multiple Sklerose auf, bedeutet das eine hohe Belastung für die Betroffenen und ihre Angehörigen. Der Heilungsprozess ist lang, ein Happy End ungewiss, und der Gesundung des Patienten werden alle anderen Dinge untergeordnet. Doch auch finanziell bedeuten derartige Schicksalsschläge eine hohe Belastung – und das ist vielen Familien durchaus bewusst.

Laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Versicherers Genworth rechnet mehr als jede dritte Familie mit finanziellen Einbußen, wenn der Hauptverdiener erkranken sollte. Etwa jeder fünfte Befragte schätzt, dass er persönliche Ersparnisse in Höhe von 5.000-25.000 Euro angreifen müsste, um Einkommensbußen aufzufangen, die im Zusammenhang mit Diagnose und Behandlung einer schweren Erkrankung entstehen würden. Weitere 15 Prozent rechnen sogar mit weit mehr als 25.000 Euro Mehrbedarf, da sie finanzielle Verpflichtungen wie Hypothekenkredite oder Schulgeld bedienen müssen.

Versicherungsmöglichkeiten den meisten Befragten nicht bekannt

Die überwiegende Mehrheit aller Befragten wusste nicht, dass spezielle Versicherungen das finanzielle Risiko im Fall einer Erkrankung mindern können. Allan Karlsen, Regional Manager von Genworth für Nord-Europa, erklärt dazu: „Jährlich erkranken in Deutschland rund 480.000 Menschen an Krebs, etwa 280.000 erleiden einen Herzinfarkt und weitere 500.000 Personen einen Schlaganfall. Angesichts dieser Zahlen ist es mehr als erschreckend, wie uninformiert und ungeschützt Menschen sind, wenn sie von einer solchen Erkrankung betroffen sind.“

Trotz bedeutender Fortschritte in Medizin und Behandlung könne die Erholung bei einer schweren Erkrankung Jahre dauern, gibt Karlsen zu bedenken. Private und gesetzliche Krankenversicherungen würden aber nur einen Teil des vorherigen Einkommens mit zeitlicher Begrenzung zahlen. Unter anderem könnten finanzielle Verpflichtungen wie Hypothekenkredite mit den Zahlungen aus einer privaten Pflegetagegeldversicherung bedient werden.

Schwere-Krankheiten-Versicherung als Alternative?

Uneigennützig ist die Studie von Genworth nicht – der Versicherer hat selbst sogenannte „Schwere-Krankheiten-Versicherungen“ im Angebot. Die Schwere-Krankheiten-Policen leisten in der Regel einen vertraglich vereinbarten Einmalbetrag, wenn der Versicherte an einem im Vertragswerk genau definierten Gebrechen erkrankt.

Doch die ebenfalls als „Dread-Disease-Versicherung“ bekannten Tarife haben auch Nachteile: Sie sind nicht nur sehr teuer, sondern leisten in der Regel erst, wenn sich die Krankheit in einem fortgeschrittenen Stadium befindet. Für sehr häufig auftretende Krankheiten wie Angina Pectoris oder psychische Erkrankungen sind mitunter gar keine oder nur eingeschränkte Leistungen vorgesehen (Versicherungsbote berichtete). Von Verbrauchertestern werden die Policen vor allem jenen Versicherten empfohlen, die aufgrund einer Vorerkrankung oder einer gefährlichen Tätigkeit keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen können.