Anzeige

Facebook ProfilTwitter ProfilGoogle Plus ProfilXing Profil
27.06.2013

Fachbeitrag von Steria MummertBig Data: Versicherer auf Schatzsuche

Geralt Pixabay

Das allgegenwärtige Hypethema „Big Data“ beschäftigt zunehmend auch die Assekuranz. Doch gerade die Finanzwirtschaft steht dabei noch ganz am Anfang. Die Branche steht zunächst vor der Aufgabe, ihre „Small“ Data in den Griff zu bekommen und die vorhandenen Business Intelligence (BI)-Lösungen wirkungsvoll zu nutzen. Trotz aller Euphorie hat das Big-Data-Zeitalter in der Versicherungsbranche in Deutschland noch nicht wirklich begonnen. 58 Prozent der Versicherer und Banken bearbeiten in BI-Lösungen weniger als zehn Terabyte an Daten. Nur vier Prozent verarbeiten in ihren Data Warehouses Datenmengen jenseits der 100-Terabyte-Marke.

Anzeige


Der Traum ist schnell geträumt: Mit Hilfe von IT-Lösungen lässt sich aus Unmengen von Daten die Zukunft vorhersagen. Manager bei Versicherern wissen schon vorher, welcher Versicherte im kommenden Jahr sein Auto zu Schrott fahren oder die Hausratversicherung mit einer hohen Schadensmeldung ausreizen wird. Aus historischen und aktuellen Informationen lässt sich herauslesen, welcher Kunde vermutlich einen Versicherungsbetrug plant. Und mit frischem Input aus Internet und Social Media können Kundenwünsche künftig präziser erfüllt werden, als es die Konkurrenz vermag.

Datenmengen wachsen exponentiell, liegen in vielfältigen Formen vor und müssen in immer kürzeren Zeiträumen analysiert werden, heißt es in den Medien. Die gängigen Definitionen beschreiben Big Data als Methoden und Technologien für die hochskalierbare Erfassung, Speicherung und Analyse polystrukturierter Daten. Es wird deutlich, dass Big Data nicht ausschließlich auf größere Mengen an Daten abzielt (gemessen zum Beispiel in Tera- oder Petabytes), sondern auch auf die Vielfalt der Daten (interne, externe, strukturierte und unstrukturierte Daten) und die extreme Änderungs- und Verfügbarkeitsgeschwindigkeit von Daten (Near- oder Realtime).

Plakative Beispiele aus anderen Branchen, bei denen Unternehmen und Verwaltungen großen Gewinn aus ihren Datenmassen gezogen haben, wecken in der Versicherungsbranche Sehnsüchte. Die Menge an Verkehrsbehinderungen der schwedischen Stadt Stockholm konnte beispielsweise um 20 Prozent reduziert werden, weil jede Sekunde 250.000 Standortdaten von Verkehrsteilnehmern, Video- und Sensorsystemen ausgewertet und zur Verkehrssteuerung eingesetzt werden. Die Ebay-Tochter Paypal nutzt die schnellere Auswertung großer Datenmengen, um Kreditkartenbetrug bereits während des Bezahlvorgangs aufzudecken. Dafür werden verschiedenste Kriterien wie Umsatzhöhe, Nutzungsort, Währung und Zeitpunkt herangezogen, um kriminelle Muster zu erkennen.

Die Mehrheit der Unternehmen aus der Finanzbranche, die auf Big Data setzen, versprechen sich vor allem ein tieferes Verständnis ihres Geschäfts und ihrer Kunden. Das sind Ergebnisse der Studie „Business Intelligence Maturity Audit (biMA® 2012/13)“ von Steria Mummert Consulting, für die Teilnehmer aus zwanzig europäischen Ländern befragt wurden. 36 Prozent der Führungskräfte aus Versicherungen und Banken erhoffen sich eine verbesserte Kundensegmentierung, 28 Prozent möchten ein tieferes Geschäftsverständnis erreichen und für ebenso viele ist die Betrugserkennung ein wichtiges Big-Data-Thema.

Steria Mummert

Gerade aus einer vertrieblichen Sicht wird auch immer wieder die 360-Grad-Sicht auf den Kunden erwartet, um mit diesen Erkenntnissen Marketingaktionen individueller zu gestalten. Es fällt auf, dass identische Versprechungen auch mit BI in Verbindung gebracht werden. So ist ja gerade das tiefere und präzisere Geschäftsverständnis die definitorische Grundidee des Begriffs Business Intelligence.

Anzeige


Big Data lässt so manches IT-Unternehmen großes Umsatzpotenzial wittern. In diesem Jahr soll der deutsche Big-Data-Markt auf rund 651 Millionen Euro wachsen, so eine Schätzung des Branchenverbands Bitkom. Das würde eine Steigerung um 85 Prozent gegenüber 2012 bedeuten. Bis 2016 soll das Volumen auf fast 1,7 Milliarden Euro anschwellen.

Artikel bewerten

gefällt mir 
 
05

0
 
Artikel empfehlen

Anzeige

Umfrage zu Bewertungsportalen

Fachmagazin bestellen

Newsletter bestellen

Umfrage zur Weiterbildung