Report Wirtschaft | 20.12.11
| Seite 1 Deutsche Wirtschaft 2012 schrumpft um 0,1 ProzentDie deutsche Wirtschaft gerät im Jahr 2012 in eine Stagnation. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird um 0,1 Prozent im Jahresdurchschnitt schrumpfen - nach einem Wachstum von 3,0 Prozent in diesem Jahr. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung in seiner aktuellen Konjunkturprognose. Im Folgenden werden die Kerndaten der Prognose in den Bereichen Arbeitsmarkt, Außenhandel, Investitionen, Einkommen und Konsum sowie zum Thema Inflation und öffentliche Defizite dargestellt.ArbeitsmarktDie Entwicklung bei Beschäftigung und Arbeitslosigkeit verliert mit der konjunkturellen Abschwächung spürbar an Dynamik. Die Zahl der Erwerbstätigen im Inland nimmt 2011 noch um durchschnittlich 500.000 Personen zu, 2012 im Jahresmittel nur noch um weitere 180.000. Dabei stellen sich die Werte im Jahresverlauf deutlich ungünstiger dar als im Durchschnitt: In der zweiten Jahreshälfte 2012 dürfte die Zahl der Erwerbstätigen saisonbereinigt wieder sinken. Arbeitslos sind im Jahresdurchschnitt 2011 2,98 Millionen Menschen. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 7,1 Prozent. 2012 sinkt die Arbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt auf 2,9 Millionen (Quote: 6,9 Prozent). Allerdings wird die Arbeitslosigkeit - spiegelbildlich zur Entwicklung der Erwerbstätigkeit - im zweiten Halbjahr wieder zunehmen. AußenhandelDer deutsche Export wächst 2011 recht kräftig. Im Jahresdurchschnitt nehmen die Ausfuhren um 8,5 Prozent zu. 2012 verlangsamt sich der Zuwachs drastisch, die Exporte steigen lediglich um durchschnittlich 1,6 Prozent. Bei den Importen ist der Trend ähnlich: 2011 wachsen sie im Jahresmittel um 7,9 Prozent, 2012 um 3,1 Prozent. InvestitionenDie Ausrüstungsinvestitionen legen in diesem Jahr noch einmal deutlich zu - um 9 Prozent im Jahresdurchschnitt. 2012 liegt der Zuwachs im Jahresdurchschnitt hingegen nur noch bei 0,4 Prozent.Einkommen und KonsumDie real verfügbaren Einkommen steigen 2011 um 1,2 Prozent. Das liegt gleichermaßen an der verbesserten Beschäftigungssituation, an einer stärkeren Entwicklung der Bruttolöhne und der kräftigen Gewinnentwicklung. Die realen privaten Konsumausgaben steigen um 1,4 Prozent. 2012 werden die real verfügbaren Einkommen nur noch um 0,9 Prozent zunehmen und die privaten Konsumausgaben lediglich um 0,7 Prozent. "Trotz dieser relativ schwachen Entwicklung werden die privaten Konsumausgaben mit ihrem Wachstumsbeitrag die Konjunktur stützen", schreibt das IMK - im Vergleich zu Exporten und Investitionen bleiben sie relativ stabil. Inflation und öffentliche DefiziteDie starken Preisausschläge bei (Energie-)Rohstoffen und Lebensmitteln führen dazu, dass die Preissteigerung in Deutschland im Jahresdurchschnitt 2011 mit 2,3 Prozent über dem Inflationsziel der EZB liegt. Für 2012 rechnet das IMK mit einer deutlichen Beruhigung. Mit 1,6 Prozent wird die Inflationsrate das EZB-Ziel wieder unterschreiten. Die deutschen Staatsfinanzen entwickeln sich infolge geringerer Arbeitslosigkeit und höherer Steuereinnahmen in diesem Jahr noch deutlich positiv. Das Staatsdefizit beträgt 2011 -0,7 Prozent des BIP. 2012 kehrt die schwache wirtschaftliche Entwicklung den Trend dann um. Das IMK rechnet mit einem Defizit von -1,1 Prozent des BIP.Quelle: Hans-Böckler-Stiftung
Referenzen |
Verbraucherrelevante Informationen für Ihre Website: zielgruppengerechte Inhalte, die Ihre Kunden interessieren.