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Check24 räumt ab – bei Bank und Versicherung

Klicks statt Knip. So etwa könnte man mit Blick auf Klickzahlen umschreiben, was das Online-Portal Check24 an diesem Mittwoch verkündet hat.PixelAnarchy/Pixabay

Die Finanzplattform Check24 bringt eigene Apps für Versicherung und Banking. Neben den Banken dürfte vor allem die Check-App „Versicherungs-Center“ den Insurtechs Sorgen bereiten. Check24 hat nämlich jeden Monat gut 11 Millionen Besucher auf seiner Webseite. Selbst prosperierende App-Makler wir Wefox, Clark und Getsafe rangieren mit 40.000, 26.000 und knapp 13.000 Visits auf deren Webseiten unter „ferner liefen“. Knip? Knip scheint abgehängt.

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Klicks statt Knip. So etwa könnte man mit Blick auf Klickzahlen umschreiben, was das Online-Portal Check24 an diesem Mittwoch verkündet hat. Oder als eine ökonomische Bombendrohung? Die Checker annoncieren zwei neue Apps, die neben angestammten Banken und Assekuranzen auch eine Gruppe disruptieren (also deren Geschäfte und Prozesse stören, unterbrechen), welche ihrerseits die „Old Economy“ ... sagen wir kapern und deren Umsätze in eigene Taschen umlenken will: die Banktechs und Insurtechs.

11 Millionen Check24-Klicks

Zwei Apps lanciert Check24: Den „Kontoblick“ auf das Bankkonto des Kunden und die „Versicherungs-Center“ genannte App, wo Check24-Kunden ihre Policen sammeln und verwalten können. Zudem kostenlos. Check24 finanziert sich unter anderem durch Neugeschäfts-Umsätze bei und mit Versicherern. App-Makler wie Knip & Co verdienen erst dann Geld, sobald deren Kunden ihnen via Smartphone-Unterschrift einen Auftrag erteilen (deren Gültigkeit nach dem deutschen Signaturgesetz übrigens zweifelhaft ist – aber dies nur nebenbei).

Sodann – und nur dann – kassieren sie marktüblich rund 20 Prozent Courtage der Nettoprämie des Kunden, etwa für dessen Hausrat- oder Haftpflichtpolicen. Soweit die marktmechanische Theorie. Praktisch erreicht Check24, gemessen an Klicks (Visits) von Similarweb gezählt, jeden Monat gut 11 Millionen Menschen.

Screenshot Similarweb/ Prioridata

Wer nicht an Klick-Zahlen glaubt, der beachte: Check24 hat bereits 15 Millionen Kunden und 500 Millionen Euro Courtage-Einnahmen (der Versicherungsbote berichtete). 15 Millionen, das hat kaum ein Insurtech an Kapital mal eins und mit Euro multipliziert. Knip hat(te) in Schwyzer Fränklis gezählt 15 Millionen Kapital – buchstäblich – am Start und konnte sich bis vor einem Jahr als eines der höchst gehypten Insurtechs in der Sonne sonnen, was Knip auch tat. Indem deren CEO Dennis Just im August 2016 in einem textlichen Langstück auf dem Unternehmens-Blog die Zahlen der Mitbewerber ausführlich aufführte, ja fast schon sezierte.

Klicken Investoren auch mal bei Check24?

Inzwischen ist Knip bei knapp 500 Downloads seiner App, der Mitbewerber Clark zum Vergleich bei 64.000, jeweils gemessen für den Monat April von Prioridata (der Versicherungsbote berichtete). An Klicks auf der Webseite zählt Similarweb für Knip.de weniger als 5.000 Visits pro Monat. Mehr prosperierende App-Makler wir Wefox, Clark und Getsafe rangieren mit 40.000, 26.000 und knapp 13.000 Visits erheblich oberhalb von Knip. All das ist aber nichts im Vergleich zu Check24: Satte 11 Millionen Menschen haben deren Webseite im Monatsschnitt des vergangenen halben Jahres besucht.

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Diese 11 Millionen Klicker im Web werden bei Check24 Spuren (neudeutsch: Leads) hinterlassen und schon nach allen Regeln der Wahrscheinlichkeit mehr Umsatz machen als die denkbar meisten Insurtechs zusammen, das ist durchaus seriös zu prognostizieren. Wenn Investoren nun nicht auch erst einmal bei Check24 klicken, bevor sie Insurtechs „pampern“, dann ist ihnen nicht zu helfen.

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