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Niedrigzins

Sparkassen machen Schluss mit eigener EC-Karten-Produktion

Für die Kunden ändert sich nichts, für 80 Mitarbeiter sehr wohl: Die Sparkassen kaufen ihre EC-Karten jetzt extern ein.Pressefoto Sparkasse

Die Sparkassen ließen ihre EC-Karten bisher von einem hauseigenen Unternehmen herstellen. Damit ist nun Schluss. Aufgrund hoher Kosten will das Unternehmen die Geldkarten nun bei externen Dienstleistern einkaufen. Rund 80 Mitarbeiter könnten ihre Arbeit verlieren. Die „SparkassenCard“ zählt in Deutschland zu den gängigsten Zahlungsmitteln: Laut Sparkassenverlag sind 50 Millionen Stück im Umlauf.

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Schluss mit teurer Plastik: Die Sparkassen wollen EC-Karten zukünftig nicht mehr in hauseigener Produktion herstellen. Grund seien die hohen Kosten, berichtet Focus Online und beruft sich auf einen Sprecher des Deutschen Sparkassenverlages in Stuttgart (DSV). Damit steht das Unternehmen Electronic Payment Cards, das bisher zwischen 10 und 15 Millionen Geldkarten im Jahr für die Sparkassen herstellte, vor dem Aus.

Der Sparkassenverlag hat Electronic Payment Cards gemeinsam mit dem Münchener Konzern Giesecke und Devrient (G+D) betrieben, einem der weltweit größten Banknotendrucker und Chipkartenbetreiber. Im Jahr 2016 konnten die Münchener nach eigenen Angaben einen Umsatz vor Steuern und Zinsen (EBIT) von 2,6 Milliarden Euro erzielen.

Eigene Herstellung der EC-Karten zu teuer

Der Grund für das Aus: Electronic Payment Cards schreibt rote Zahlen. Und so werden auch die hohen Kosten als Grund genannt, weshalb die Sparkassen zukünftig ihre EC-Karten bei externen Dienstleistern einkaufen wollen. Die Sparkassen sähen sich wegen tiefer Zinsen und des Wettbewerbs in der Bankbranche „gezwungen, bessere Einkaufspreise zu erzielen“, heißt es in einer Stellungnahme des Sparkassenverlages. Für die Kunden selbst ändert sich nichts.

Für Sorgenfalten dürfte die Nachricht in der Fabrik in Gmund am Tegernsee sorgen. Dort sind die 80 Mitarbeiter von Electronic Payment Cards tätig. Ihre Zukunft ist ungewiss, der Abbau ihrer Jobs längst beschlossen.

Den 51prozentigen Anteil des Sparkassenverlages wird zwar zum 1. Juli Giesecke und Devrient übernehmen, um das Unternehmen abzuwickeln. Man führe eine „sozialverträgliche Schließung des Geschäftsbetriebes“ durch, heißt es in einem Statement von D+S. Seit April existiere für die Mitarbeiter ein Sozialplan. Beschäftigte, die bisher keine neue Stelle gefunden hätten, könnten in eine Transfergesellschaft wechseln.

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Für Aufsehen sorgte Anfang April eine Studie des Webportals biallo, wonach bereits 40 der bundesweit knapp 400 Sparkassen Gebühren fürs Geldabheben von ihren Kunden verlangen. Je nach Institut kann sich die Gebühr zwischen 29 oder 50 Cent je Besuch am Geldautomaten belaufen (der Versicherungsbote berichtete).

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