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Kommentar

Insurtech Getsafe bastelt an einer Haftpflichtversicherung?

Als Versicherer werde Getsafe mit einer Haftpflichtpolice starten, meldet die „Deutsche Startups“.Meditations/Pixabay

Das Insurtech „Getsafe wandelt sich zum Versicherungsanbieter“, meldet „Deutsche Startups“. Diese Meldung ist deshalb eine Meldung wert, weil die abnehmende Bedeutung von Insurtech-Frischgeld-Invests derzeit überboten wird mit Nachrichten, manche der Disruptoren (Ärgerer) der klassischen, also der „alten“ Versicherer würden ihrerseits Gas geben und vom Insurtech und Versicherungsmakler zum Versicherer werden.

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Als Versicherer werde Getsafe mit einer Haftpflichtpolice starten, meldet die „Deutsche Startups“, ohne Summen zu nennen (lesen Sie hier: oder nicht). Das ist nicht ganz unwichtig, weil ein Versicherer zu allererst Startkapital braucht. Da können 20.000 gemeldete „aktive“ (PR-Text ist so unwunderbar) Getsafe-Kunden, also Maklervertragspartner, noch kein Maßstab sein. Das ist keine Meinung, sondern Finanzlogik. Logik, weil 20.000 Makler-Kunden noch keine Haftpflichtkunden sind.

Finanziell und logisch argumentiert, weil – im wohl irrealen Idealfall – 20.000 Maklerkunden noch keine Haftpflichtkunden sind. Zudem braucht ein Haftpflichtversicherer ein Anfangskapital für Katastrophenschäden, die statistisch – Versicherer müssen höchst vorsichtig kalkulieren – am ersten Tag des prämienbelasteten Zeitraums (= womit der Vertragsbeginn und Folgen im Zeitablauf definiert ist) eintreten können – und müssten.

Es fehlen rund 50 Millionen

„Deutsche Startups“ meldet dazu: keine Summen. Nicht: etwa die erforderliche Schwankungs-Rückstellung, die jeder – besonders der neue –Versicherer braucht, der Aufsicht BaFin vorweisen können muss. Letztere am einfachsten erklärt am Beispiel eines Hagelversicherers, wenn es dem im ersten Geschäftsjahr die Bilanzen buchstäblich so verhagelt, dass der Rückversicherer einspringen muss. „Deutsche Startups“ meldet dazu: n.n. Das Medium weiß aber zu vermelden, Getsafe habe – hört, hört – 45 Mitarbeiter. Also müsste dieser neue Haftpflichtversicherer mangels Männer und Frauen schon extrem schlank, vulgo digitalisiert sein.

Alternativ(?) oder additional meldet das Medium die Getsafe-Investoren weithin unbekannte namens „b-to-v“, „Capnamic“, „Partech“, „CommerzVentures“ und „Global Founders Capital“ und: keinen Euro an Invest der einzelnen Investoren mal Summe. Dafür PR-Geklingele: Getsafe wandle sich nun „vom Versicherungsmanager zum Versicherungsanbieter“. „Versicherungs-Manager“ wird nicht definiert. Mehr: „Sach-, Lebens- und Gesundheitsversicherungen sollen in den kommenden Monaten folgen“. Konkreter geplant sei bereits eine Krankenversicherung. Summen: Null gemeldet.

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Vergleichen wir: Der digitale Krankenversicherer Ottonova (der Versicherungsbote berichtete: mit Zahlen), benannt nach Otto von Bismarck und gemeint in der Version 2.0, braucht bereits 20 bis 30 Millionen nur für den Start und VOR dem Verkauf der ersten Police. Für die Aufnahme der Geschäfte braucht Ottonova weitere rund 50 Millionen Euro Startkapital, fragen Sie die Aufsichtsbehörde BaFin. Woher die Getsafe-Kunden kommen sollen, was die App dazu leistet und wo diese Smartphone-Applikation wie bei wem wildert, weiß „Deutsche Startups“ auch nicht zu vermelden. Merke: „Das würde ich noch nicht Mal ignorieren“ (Konrad Adenauer, erster deutscher Kanzler).

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