Anzeige

Facebook ProfilTwitter ProfilGoogle Plus ProfilXing Profil
Studie

Rente gleich Altersarmut? Jein!

werner22brigitte/Pixabay

Noch droht keine Altersarmut, obwohl das Rentenniveau sinkt. Dies hat das Institut der Deutschen Wirtschaft nach eigenen Angaben ermittelt. Weil der Abstand des Einkommens eines Normalrentners noch ausreichend vom Hartz-IV-Niveau entfernt sei. Die Probleme beginnen aber mit der Praxis, weil es den Standardrentner mit 45 Erwerbs- und Beitragsjahren immer seltener gibt. Aber je jünger der Rentner von morgen desto größer ist sein Sparbedarf für später. Wie alt sind Ihre Kunden?

Anzeige


Der Normalrentner der näheren Zukunft wird zwar nicht auf Rosen gebettet sein, aber über die große Zahl (Statistik) betrachtet nicht zum Sozialfall werden. Etwa so kann an neue Studienergebnisse zusammenfassen die das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) herbeigeforscht haben will. Hierüber berichtet das „Handelsblatt“. Der Abstand beim Alterseinkommen „passt“ für die nächsten Rentnerneujahrgänge.

Der Normalo kommt nach 45 Jahren auf 1.350 Euro Rente

Dies meint, dass die derzeitigen und künftigen Rentner absehbar mehr Einkommen so viel Einkommen haben dürften, dass sie keine Grundsicherung benötigen. Die Einschätzung ist wichtig, auch für die Volksseele. Letzteres ist ganz unpathetisch gemeint. Die Menschen wollen (oder sollen aus Sicht der Politik) weiter darauf vertrauen, dass eine normale Erwerbsbiografie für eine auskömmliche Rente reicht.

„Normal“ im Sinne der Renten-Statistiker sind Menschen, die 45 Jahre ununterbrochen arbeiten und Beiträge in die Rente einzahlen. In Lohnzettelzahlen: Der Durchschnittsversicherte bei der Deutschen Rentenversicherung verdient derzeit gut 3.000 Euro brutto pro Monat. Das entspricht für jedes Arbeitsjahr etwas mehr als 30 Euro zusätzlich (v)erdiente Rentenanwartschaft. 45 Jahre mal 30 Euro ist gleich 1.350 Euro Rente mit 67 (für alle ab 1964 Geborenen).

Riester-Faktor: vier Prozent - garantiert gekürzt

Diese 1.350 Euro entsprechen (nach Umwegen und über Einschnitte etwa durch den Riesterfaktor) einem formalen Rentenniveau von 48 Prozent vom Brutto 3.000 Euro. Nach dieser Formel darf im Jahr 2030 – wann gehen Ihre Kunden in Rente? – ein Niveau von 43 Prozent erreicht sein. In Geld und nach heutigen Rentenwerten: 1.222 Euro. Vier Prozentpunkte von 3.000 Euro entsprechen 120 Euro Rente – als Riester-Kürzung. Womit der Riesterfaktor in einem halben Satz in Zahlen erklärt wäre.

Mini-Exkurs: Um 120 Euro garantierte (Ehrenwort!) Riester-Kürzung zu kompensieren, muss ein 37-jähriger Mensch (wie alt sind Ihre Kunden?) bis 67 also 30 Jahre lang jeden Monat 57,44 Euro sparen (bei 4,0 Prozent Zins, Kosten: keine eingerechnet!). Daraus entsteht 40.000 Euro Kapital, das bei einem Rentenfaktor 30 (30 Euro je 10.000 Euro Kapital) 120 Euro Rente ergibt. Exkurs Ende

„Für einen Single-Haushalt entspricht die Grundsicherung im Alter derzeit aber

lediglich einem Äquivalent an monatlicher Bruttorente von schätzungsweise 850 Euro pro Monat“, schreibt das das „Handelsblatt“ zu Aussagen des IW und dass dabei die Kosten für „Kranken- und Pflegeversicherungsschutz und die durchschnittlichen

Wohnkosten schon eingerechnet“ seien.

Verrechnet?

Das ist nicht korrekt: Die Grundsicherung setzt sich verkürzt erläutert aus dem Hartz-IV-Satz von etwas mehr als 400 Euro plus rund 300 Euro Wohnkosten zusammen. Macht zusammen 700 Euro. Jedenfalls für kostengünstige Regionen wie Meck-Pomm, weniger für teure Boomtowns wie München, wo das Grundsicherungsniveau eben höher liegt. Sagen wir 800 Euro, okay? Das sind nun einmal 400 Euro mehr als 1.200 Euro durchschnittliches Rentenniveau. Das ist die Kernfeststellung der IW-Daten.

Noch eine Zahl ist interessant. Westdeutsche Frauen haben wegen weniger Beitragszahlung und weniger Erwerb kürzere Rentenbiografien. Mit dem Ergebnis, dass die Hälfte der Frauen laut IW weniger als 750 Euro Rente beziehen. Sind das Sozialfälle. Der Rentenstatistik noch nicht. Nur 2,5 Prozent dieser Frauen erhalten Grundsicherung. Als Grund vermutete die Deutsche Rentenversicherung im vergangenen Jahr, dass diese Frauen neben selbst erworbenen Ansprüchen weitere Einnahmen haben, sei es aus Witwenrente oder Ehegatteneinkommen oder Vermögen.

Anzeige


Im Westen kommen Bestandsrentner, Prognosen für aktive Versicherte liegen nicht vor, auf 41,5 Beitragsjahre, Frauen nur auf 30 Jahre. Im Osten meldet das IW aus Zahlen der Rentenversicherung 44,4 Jahre Arbeit und Beitrag, für Frauen 41,7 Jahre. Der Wert für den Osten der Republik ist aber zu relativieren und nicht in die Zukunft fortzuschreiben. In der DDR waren viele Frauen, mehr als im Westen erwerbstätig, aber nach der Wende oft langzeitarbeitslos. Auch viele Männer. Kurzum: Die Anzahl der Arbeitsjahre gleicht sich im Vergleich West/Ost an.

Newsletter bestellen

Artikel bewerten

gefällt mir 
 
2.75

6
 
Das könnte Sie auch interessieren
Artikel empfehlen

Anzeige

Newsletter bestellen