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DKM 2016

Gregor Gysi - Der Chefarzt muss für alle da sein

Gregor Gysi und Norbert Röttgen im Streitgespräch auf der DKMVersicherungsbote

Es ist schon auffällig, wie Politiker der Partei „Die Linke“ bei der DKM punkten können, immerhin die größte Versicherungs- und Finanzmesse in Deutschland. Letztes Jahr erntete Sahra Wagenknecht viel Applaus für Ihre Ausführungen zur Finanzwelt, dieses Jahr war Gregor Gysi der Publikumsliebling im Streitgespräch mit Norbert Röttgen.

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Thema des Streitgesprächs auf der DKM am Mittwoch war die Zukunft von Deutschland. Auf der Bühne durften Gregor Gysi und Norbert Röttgen vor gefühlt mehr als 1000 Zuhörern ihre Visionen erklären. Visionen gab es auf beiden Seiten wenig, man verlor sich anfangs in Diskussionen über die AfD und landete zum Schluss beim Einmarsch der westlichen Bodentruppen im Irak 2003 und der Frage, ob das jetzt ein völkerrechtswidriger Krieg war oder nicht. Bei dem ganzen Hin und Her fiel auf, dass Gysi die längeren Redebeiträge hatte und Röttgen eher auf dessen Ausführungen reagierte, um sein Gegenüber in die Schranken zu weisen.

Jetzt gehts um die Private Krankenversicherung

Als das Streitgespräch zu Ende war, gab es noch ein paar Fragen aus dem Publikum. Wir erinnern uns, die DKM ist eine Versicherungs- und Finanzmesse, bis zu diesem Moment spiete dies in der Diskusion keine Rolle. Da fragte doch einer aus dem Publikum ganz direkt: „Wie stellen Sie sich die Zukunft der Privaten Krankenversicherung vor?“. An der Stelle ging ein Raunen durch den Saal, aber weniger ein begeistertes, sondern eher entnervtes. Aber die Reaktion der beiden auf der Bühne war schon sehr interessant. Zuerst durfte Röttgen antworten. Seine Antwort fiel kurz aus: „Ich bin privat versichert, ich hoffe es bleibt so“. Natürlich mit einem breitem Lächeln im Gesicht.

Norbert Röttgen: „Ich bin privat versichert, ich hoffe es bleibt so“.VersicherungsboteGregor Gysi legt los

Gute Vorlage für Gysi, denn hier hat die Linke eine ganz klare Meinung. Es dürfe bei der Gesundheitsversorgung keine Unterschiede geben und jeder müsse in der gesetzlichen Versicherung seinen Beitrag zahlen. Bei Zusatzversicherungen sieht Gysi nur wenig Spielraum. Eine bevorzugte Behandlung, einen Anspruch auf den Chefarzt darf es nach seiner Sicht nicht geben. Der Politiker verwies auf den hippokratischen Eid, denn jeder Arzt geleistet habe. Und nach dem darf ein Arzt bei seinen Patienten gar keine Unterschiede machen, zumindest keinen Unterschied nach deren Geldbeuteln. Oder wie Gysi kurz dazu sagte: „Der Chefarzt muss für alle da sein“, und „er muss sich bevorzugt um die schweren Fälle kümmern“. Gysi machte nur beim Einbettzimmer ein Zugeständnis, das kann ruhig eine Frage der persönlichen Finanzen bleiben.

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Spinnt man die Gedanken der Linken weiter, dann dürfe es auch keine Zusatzversicherungen geben, denn aktuell ziehen die alle auf eine Besserstellung in der Versorgung und in der Behandlung ab. Bleibt vielleicht noch die Zahnzusatzversicherung bzw. die Frage, ob auch bessere Zähne eine Frage des Geldbeutels sein dürfen oder nicht. Nächstes Jahr sind Bundestagswahlen und die Linke könnte eine Koalition mit der SPD und den Grünen schnüren. Da könnte auch das Thema Krankenversicherung ein wichtiger Punkt für den Wahlkampf werden.

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