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29.03.2016

MarktausblickLebensversicherung - Moody's warnt vor Pleiten deutscher Lebensversicherer

Vorsicht, Klippen! Die Ratingagentur Moody's warnt vor Schwierigkeiten deutscher LV-Versicherer (Symbolbild). Holgi@Pixabay.com

Lebensversicherung: Einen negativen Ausblick auf die Lebensversicherungs-Branche wagt die Ratingagentur Moody's. Demnach könne eine Pleite kleiner Lebensversicherer dem Ansehen der Branche weiter schaden. Hierbei handelt es sich allerdings um ein Worst-Case-Szenario: Die Agentur rechnet damit, dass die Situation zumindest stabil bleibt.

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Vor existentiellen Risiken für die deutschen Lebensversicherer warnt die Ratingagentur Moody’s in einer aktuellen Studie. Laut der Erhebung müssten die Anbieter auch in den nächsten 12-16 Monaten mit einer schwierigen Situation rechnen, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Der Grund: Die niedrigen Zinsen belasten die Gewinne und würden dazu beitragen, dass die Versicherer ihre Reserven anfassen müssten. Wie die Versicherer sich in der schwierigen Situation behaupten, sei völlig offen.

„Näher am Best-Case-Szenario“

Moody’s-Analyst Benjamin Serra erklärt, im schlimmsten Fall werde es den Versicherern nicht gelingen, die Kunden von ihren Policen mit weniger Garantien zu überzeugen. „Überdies könnten mögliche Zusammenbrüche der schwächsten Lebensversicherer das Ansehen der Branche schwächen und das Neugeschäft aller Versicherer beeinflussen.“ Dieses Negativ-Szenario sei aber der größte anzunehmende Ernstfall.

Die Analysten gehen eher davon aus, dass die Versicherer den Herausforderungen gewachsen sind, heißt es in der Studie. Das würde bedeuten: Das Neugeschäft der Versicherer bleibt gut und das Risikoprofil verbessert sich. Den Versicherern kommt entgegen, dass zur Erfüllung der strengeren Eigenkapital-Anforderungen durch Solvency II eine 16jährige Übergangsfrist gilt, zumindest für Bestandsverträge. „Unsere Grundannahme ist derzeit näher am ‚Best-Case-Szenario‘, aber die Risiken sind groß“, so die Studienmacher.

Es fehlen 12 Milliarden Euro an Eigenmitteln

Dass sich die Versicherer in einer schwierigen Situation befinden, ist nicht zu leugnen. Laut Finanzaufsicht BaFin konnten Ende 2014 die Hälfte der Unternehmen nur deshalb die Solvency II-Anforderungen erfüllen, weil längere Übergangsfristen geplant sind. Den Versicherern fehlen insgesamt 12 Milliarden Euro an Eigenmitteln.

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Nur langsam würde sich in den Beständen niederschlagen, dass die Lebensversicherer zunehmend auf langfristige Garantiezusagen gegenüber ihren Kunden verzichten und auf neue Modelle umsteigen. Die Verluste durch den Rückgang bei Garantiezins-Policen ließen sich mit den neuen Angeboten nicht gänzlich ausgleichen, weshalb der Ausblick negativ sei. "Es ist schwieriger, die neuen Produkte den Kunden zu erklären", sagte Moody's-Analyst Benjamin Serra. "Bisher hat man gesagt, es gibt folgende Garantie. Jetzt muss man das ganze Produkt erläutern."

Reuters

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