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22.03.2016

StatistikVermögen in Deutschland sind ungerecht verteilt

condesign/Pixabay

In Deutschland sind die Vermögen der Bürger weit ungerechter verteilt als in der Eurozone, hat die Bundesbank ermittelt. Mehr noch, beziehungsweise weniger für die meisten Bürger: Die Vermögensverteilung in Deutschland nähert sich den traditionell ungleichen Verhältnissen derer, die haben oder die nicht haben, in den USA an. Die reichsten 10 Prozent der Deutschen horten 60 Prozent des gesamten Vermögens. Der ärmeren Hälfte der Bevölkerung gehören nur 2,5 Prozent aller Vermögenswerte.

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Statistisch hat jeder deutsche Haushalt ein Vermögen von 214.000 Euro, meldet die Bundesbank in ihrem Monatsbericht März 2016. Diese Durchschnittszahl sagt jedoch nichts darüber aus, wie viele Menschen viel und wie viele wenig haben. Ein Indikator, der anzeigt, wie sehr die Schere zwischen reich und arm sich zunehmend öffnet, ist die so genannte Gini-Koeffizient. Je größer dieser Prozentwert ist, desto ungleicher sind Geldvermögen und Geldwerte in einem Land unter den Bürgern verteilt.

Deutsche Vermögen fast so ungerecht verteilt wie in den USA

Im Vergleich zu einer ersten Vermögenserhebung der Bundesbank vor vier Jahren, die aber erst 2013 veröffentlicht wurde, ist der Gini-Koeffizient für Deutschland in der aktuellen Untersuchung um 0,2 Prozentpunkte auf jetzt gemeldete 76 Prozent gestiegen. Für die Eurozone gilt nur ein Koeffizient von 69 Prozent. Dieser Wert zeigt an, dass über alle Euroländer betrachtet die Vermögen gerechter, breiter verteilt sind als in Deutschland.

Mit seinen Gini-Wert von 76 Prozent nähert sich die Bundesrepublik gar den USA (Gini-Wert: 80 Prozent) an, einem Staat, in dem Vermögen traditionell ungleich verteilt sind. Im Jahr 2014 gehörten der unteren, ärmeren Hälfte der Deutschen nur 2,5 Prozent aller in Deutschland gehaltenen Vermögenswerte. Auf der anderen Seite, nicht der anderen Vermögenshälfte, sondern nur bei den reichsten zehn Prozent der Haushalte werden fast 60 Prozent aller Vermögen gehortet.

Durchschnittliches Vermögen ist in vier Jahren um 20.000 Euro gewachsen

Vergleicht man die von der Bundesbank erhobenen Privatvermögen, dann sind diese seit 2010 bis zum Jahr der letzten Datensammlung 2014 von durchschnittlich rund 222.000 auf 240.000 Euro gewachsen. Nach Abzug der durchschnittlichen Schulden der deutschen Haushalte haben diese im Schnitt 214.000 Euro auf der hohen Kante, auf dem Konto oder etwa auch in Form von Immobilien. Vor vier Jahren war das Vermögen des Durchschnittsdeutschen noch um knapp 20.000 Euro niedriger.

Will man einen Mittelwert der Nettovermögen ermitteln, muss an sich mit statistischem Handwerk auskennen. Dazu wird die Gesamtheit aller Haushalte hergenommen und in zwei Hälften geteilt. Der obere Bereich zeigt die reichere Hälfte der Gesellschaft; der untere Teil die ärmere Hälfte. In der Mitte können die Statistiker dann den gesuchten Mittelwert der Nettovermögen (Statistikdeutsch den Median) ablesen.

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Die Schere zwischen arm und reich öffnet sich schneller

Und genau geben die Zahlen ein weiteres Indiz für Vermögens-Ungleichheit in Deutschland. Das mittlere Vermögen stieg von 2010 bis 2014 von gut 51.000 auf mehr als 60.000 Euro an. Ein Zuwachs um 18 Prozent, der in lediglich vier Jahren entstand. Im Klartext: Die ungleiche Verteilung der Vermögen in Deutschland nimmt zu, und zwar dynamisch.

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