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18.03.2016

KooperationPKV-Unternehmen bestätigen Pläne für Joint Venture

Die Krankenversicherer bestätigen ihre Pläne für ein Joint Venture.OpenClipartVectors/Pixabay

PKV - Für den Leistungsbereich planen die privaten Krankenversicherer Barmenia, Gothaer, Hallesche und Signal-Iduna ein Gemeinschafts-Unternehmen. Das geplante Joint Venture wird nun auch durch Angaben von drei der vier Versicherer, die insgesamt 1,3 Vollversicherte und gut 14 Prozent PKV-Marktanteil repräsentieren, gegenüber dem Versicherungsboten bestätigt. Ebenfalls bestätigt wird, dass die Unternehmen eine entsprechende Anfrage beim Bundeskartellamt gestellt haben.

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In der vergangenen Woche hatte vor allem der Blogbeitrag von Versicherungsmakler Sven Hennig, Rügen, die Maklerschaft aufmerksam gemacht, weswegen der Versicherungsbote weiter recherchierte. Über Inhalte und Gegenstand des angezielten Joint Ventures im Bereich Leistungen halten sich die Versicherer mit Angaben zurück. Auf eine Presseanfrage antworteten drei der vier Versicherer in etwa gleichlautend. Sozusagen stellvertretend zur Sache die Angaben eines Pressesprechers der Signal-Iduna:

„Die Barmenia KV, Gothaer KV, Hallesche KV und Signal KV befinden sich derzeit in einem laufenden Fusionskontrollverfahren hinsichtlich der Gründung eines Gemeinschafts-Unternehmens im Bereich des Leistungsmanagements. Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir während des laufenden Verfahrens keine detaillierte Stellungnahme zu den Inhalten geben können.“

Selbsthilfe für Versicherungsvereine?

Ein anderer Pressesprecher konkretisiert, allerdings nichts zur Sache, sondern nur zum Verfahren. Inhaltlich dürfe er sich nicht äußern, „da ein laufendes Kartellverfahren wie ein laufendes juristisches Verfahren zu sehen ist, bei dem erst nach der Entscheidung die Öffentlichkeit informiert wird.“ In der Tat läuft beim Bundeskartellamt in Bonn ein Verfahren zur Fusionskontrolle, eingetragen unter dem Aktenzeichen B3-33/16, vom 4.2.2016. Nicht öffentlich. Geheim. Für die Versicherer ist es praktisch, wenn man sich hinter behördlichen Auflagen verschanzen kann – und schweigen muss.

Zufall? Das aktuelle Quartett, der Versicherungsbote berichtete, setzt sich aus Versicherungsvereinen zusammen. Wir betrachten bei dem laufenden Kartellverfahren Versicherer, die als VVaG den Versicherten gehören. Also Unternehmen, die ihr geplantes Joint Venture gegenüber den Kartellbehörden einfacher mit den kollektiven Motiven einer Selbsthilfeeinrichtung legitimieren können. Falls dieses Argument gegenüber den Behörden überhaupt erforderlich ist.

PKV-Viererclub Barmenia, Hallesche, Gothaer und Signal-Iduna repräsentiert 1,3 Millionen Versicherte

Den Zahlen nach wäre das geplante Joint Venture wohl eher nicht als Einkaufs-Kartell einzustufen. Barmenia, Hallesche, Gothaer und Signal-Iduna repräsentieren 1,3 Millionen Vollversicherte. Die Marktanteile der vier Unternehmen addieren sich nach Köpfen auf gut 14 Prozent des gesamten PKV-Marktes. Zum Vergleich: Marktführer Debeka hat gut 25 Prozent Marktanteil. DKV und Axa folgen mit jeweils knapp 9,5 und 9,0 Prozent (alle Angaben auf Basis des Map-Report 880 vom 8.12.2015 – Bilanzanalyse: Private Krankenversicherung).

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Alle PKV-Unternehmen zusammen kommen auf gut 8,8 Millionen vollversicherte Personen. Wenn davon nun 1,3 Millionen Versicherte des Viererclubs Einkaufsvorteile, etwa Preisnachlässe bei Hilfsmitteln oder Medikamenten, realisieren könnten, wären die (vermuteten) Ziele der vier Versicherer, Kosteneinsparungen, wenigstens teilweise erreicht. Zum Vergleich: Die Techniker Krankenkasse als „Gesetzliche“ hat allein 9,6 Millionen Versicherte – und entsprechende Einkaufsmacht.

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