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01.03.2016

VorsorgeLebensversicherung - Zinsmisere infiziert auch Berufsunfähigkeitsversicherung

Akute Ansteckungsgefahr? Die Krise in der Lebensversicherungs-Sparte könnte auch auf die BU übergreifen (Symbolbild). Gerald/Pixabay

Inwieweit wirken sich praktisch ausbleibende Zinsen der Lebensversicherung (LV) auf die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) aus? Die nach dem Lebensversicherungs-Reformgesetz (LVRG) geänderte Mindestzuführungs-Verordnung (MindZV) birgt hier ein Ansteckungsrisiko. Damit erhält die Finanzkraft eines Lebensversicherers für die BU-Versicherung ein deutlich stärkeres Gewicht als bisher, schreibt das Ratinghaus Assekurata in einer Pressemitteilung.

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„Dass ein negatives Kapitalanlageergebnis keineswegs aus der Luft gegriffen ist, belegt die Tatsache, dass 2014 im Branchendurchschnitt das reine Zinsergebnis, das heißt, die laufenden Erträge aus Kapitalanlagen abzüglich der Garantiezinsanforderungen und der Zinszusatzreserve, bereits negativ war. Erst durch Auflösung von Bewertungsreserven, die in das übrige Kapitalanlageergebnis eingehen, wurde dies letztlich kompensiert“, stellt Lars Heermann von Assekurata fest.

In einer aktuellen Untersuchung ist die Kölner Rating-Agentur der Frage nachgegangen, inwieweit sich die Zinsmisere im klassischen Lebensversicherungsgeschäft auch auf die BU-Versicherung auswirken könnte. Die nach dem LVRG geänderte MindZV berge ein Ansteckungsrisiko und die Finanzkraft eines Lebensversicherers erhalte für die BU-Versicherung ein deutlich stärkeres Gewicht als bisher. Das Hauptproblem aus Sicht von Assekurata ist, ein immer größerer Teil der Erträge aus Kapitalanlagen muss für die Finanzierung der Garantiezinsen aufgewendet werden.

Allein 2016 weitere 12 Milliarden Euro Zusatzreserve

Seit 2011 hätten die Gesellschaften marktweit mehr als 30 Milliarden Euro in die Zinszusatzreserve eingestellt. Je länger sich die Phase der niedrigen Zinsen fortsetzt, desto umfangreicher werden die zusätzlich aufzubauenden Sicherheitspolster zur dauerhaften Finanzierbarkeit der zugesagten Versicherungsleistungen. „Allein für das laufende Jahr rechnen wir mit einem weiteren Aufwand für die Zinszusatzreserve von 12 Milliarden Euro“, prognostiziert Assekurata-Chef Reiner Will.

Welche Folgen die Zinsmisere speziell die BU-Versicherung haben könnte, werde bisher kaum thematisiert. Von besonderer Bedeutung sei hierbei MindZV. So müssen die Lebensversicherer ihre Kunden seit dem LVRG zu mindestens 90 Prozent (vorher 75 Prozent) am Risikoergebnis beteiligen. Im Gegenzug, so Reiner Will, habe der Gesetzgeber aber Verrechnungsmöglichkeiten zwischen verschiedenen Ergebnisquellen zugelassen. Demnach dürfe ein negatives Kapitalanlageergebnis mit einem positiven Risikoergebnis oder übrigen Ergebnis quer-verrechnet werden.

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„Ziel war es hier, die Sicherheit für das Gesamtkollektiv der Kunden im Fall negativer Kapitalanlageergebnisse zu erhöhen“, erklärt Reiner Will. Neben einer auskömmlichen Kalkulation des BU-Bestandes stellt ein solides Gesamtertragsprofil die Voraussetzung dar, um das Ansteckungsrisiko der Garantierisiken im Altersvorsorgebereich auf den BU-Bestand möglichst gering zu halten. „Strukturell sind die Lebensversicherer im Vorteil, die über eine starke Kapitalanlage mit substanziellen Bewertungsreserven, Kostenvorteile sowie Ausgleichsgeschäfte jenseits der konventionellen Lebensversicherungsgeschäfte verfügen“, schlussfolgert Assekurata-Chef Will.

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