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01.03.2016

UnternehmenMyLife Lebensversicherung erfährt Aderlass

Aderlass: Die MyLife Lebensversicherung muss einen Einbruch von 38 Prozent ihres Umsatzes verkraften (Symbolfoto). Lumpi@Pixabay.com

Der Lebensversicherer MyLife hat drastische Einbrüche bei den Beitragseinnahmen zu beklagen – um 38 Prozent gehen diese im laufenden Geschäftsjahr zurück. Nun will der Versicherer aus Göttingen den Fokus noch stärker auf Nettotarife und das Geschäft mit Bestandsleichen (Run-Off-Geschäft) legen, wie Versicherungskorrespondent Herbert Fromme berichtet.

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Wer die Webseite des Göttinger Versicherers Mylife Lebensversicherung AG öffnet, sieht einen Leuchtturm und eine moderne Hängebrücke, in wohlige Pastelltöne getaucht. Orientierung will der kleine Lebensversicherer bieten und Brücken in die Zukunft schlagen, so der Eigenanspruch. Den Weg sollen Nettopolicen weisen, also Tarife ohne einkalkulierte Provisionen und vertriebliche Abschlusskosten. Die MyLife beansprucht für sich, beim Netto-Geschäft eine Vorreiterrolle auf dem deutschen Markt zu haben.

Ein Drittel der Einnahmen gehen verloren

Nun aber muss der Lebensversicherer einen heftigen Aderlass verkraften. Wie der Branchendienst „Versicherungsmonitor“ von Herbert Fromme berichtet, wird der zum Finanzinvestor Augur gehörende Versicherer mehr als ein Drittel seiner Einnahmen verlieren.

Hintergrund ist der Umstand, dass die zum Finanzkonzern BNP Paribas gehörende Von Essen Bank künftig nicht mehr die Restschuldverträge des Göttinger Versicherers an eigene Kunden verkaufen will. Restschuldversicherungen bieten eine Absicherung für einen Kreditnehmer und seine Angehörigen für den Fall, dass er verstirbt, krank wird oder in die Arbeitslosigkeit rutscht. Die Von Essen Bank hatte die Produkte von MyLife ihren Kunden angeboten, wenn diese einen Kredit aufnehmen wollten.

Nettotarife und Bestandsleichen

Damit gehen der MyLife rund 38 Prozent ihres Prämienvolumens verloren, wie der Versicherungsmonitor mit Berufung auf MyLife-Vorstand Michael Dreibrodt berichtet. Dennoch gibt man sich im Hause des Versicherers optimistisch, den Aderlass ausgleichen zu können. Zukünftig will die MyLife noch stärker auf Nettotarife in der Lebens- und Altersvorsorge setzen. Das Neugeschäft mit Restschuldversicherungen soll ganz eingestampft werden.

Auch das Run-Off-Geschäft soll ausgeweitet werden. Hierbei werden Policen von Versicherern aufgekauft, die ihr Neugeschäft bereits eingestellt haben, aber bei denen noch laufende Verträge zu bedienen sind, die Kunden folglich weiterhin Prämien zahlen. Laut einer Prognose der Darag könnte das Geschäft mit sogenannten Bestandsverwesern zukünftig an Attraktivität gewinnen, weil zum Beispiel institutionelle Anleger in Zeiten des Niedrigzinses den Markt für sich entdecken. Wegen ihrer Unabhängigkeit von der Weltwirtschaft seien Versicherungsrisiken perfekt zur Diversifikation eines Portfolios geeignet. Die MyLife hat bereits einen kleinen Bestand an fondsgebundenen Lebensversicherungen und Riester-Policen vom Münchener Verein übernommen, schreibt fondsprofessionell.de.

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Der Versicherer MyLife hat seine Wurzeln in der Göttinger Gruppe, die auf dem grauen Kapitalmarkt tätig war und mit ihrer Milliarden-Insolvenz einen der größten Anlegerskandale auf dem deutschen Kapitalmarkt verursachte. Der Versicherer selbst wurde 2006 unter dem Namen Gutingia vom belgisch-niederländischen Finanzkonzern Fortis übernommen. 2011 ging das Unternehmen an den Finanzinvestor Augur und erhielt 2012 seinen aktuellen Namen.

Versicherungsmonitor

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