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18.02.2016

InterviewWeiterbildung - Nur kompetente Makler werden überleben

Gerald/Pixabay

Makler von heute legen mehr Wert auf Weiterbildung als noch vor 10 oder 15 Jahren. Davon ist Dr. Claudia Freericks, verantwortlich für den Maklervertrieb der Allianz Lebensversicherungs-AG, überzeugt. So sei es für Makler heute entscheidend, dass sie gut ausgebildet sind und über eine entsprechend großes Know-how verfügen. Denn nur in allen Belangen kompetente Makler werden auf lange Sicht überleben.

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Dr. Freericks, wie gehen Sie als Allianz Maklerakademie mit dem Thema Weiterbildung für Vertriebspartner um?

Die Weiterbildung unserer Geschäftspartner war und ist für uns ein wichtiger Bestandsteil unserer Zusammenarbeit mit den freien Vermittlern. So sind wir beispielsweise Gründungsmitglied der Deutschen Maklerakademie. Mit der Allianz Maklerakademie (AMA), die bereits seit 10 Jahren tätig ist, bieten wir den freien Vermittlern eine weitere Möglichkeit, sich zielgerichtet und ihren individuellen Schwerpunkten entsprechend weiterzubilden. Dabei haben wir den Anspruch, ein vielseitiges, aktuelles Programm anzubieten und auf aktuelle Gegebenheiten im Markt einzugehen.

Wie wird das Angebot seitens der Makler angenommen?

Sehr gut. Wir haben ausgelastete Seminare, teilweise müssen wir Makler sogar auf das nächste Jahr vertrösten. Die Rückmeldungen, die uns die Makler geben, bestätigen uns in unserer Arbeit – sowohl in der Auswahl der Themen als auch bei den Inhalten und bei deren Vermittlung.

Wie hat sich der Wissensstand der Makler in den letzten Jahren entwickelt?

Unseres Erachtens legen Makler heute mehr Wert auf ihre Weiterbildung als noch vor 10 oder 15 Jahren. Angesichts der Veränderungen und Herausforderungen, denen sie sich aktuell gegenüber sehen (Niedrigzins, Regulierung und Digitalisierung), ist es für die Makler entscheidend, dass sie gut ausgebildet sind und über eine entsprechend großes Know-how verfügen. Denn nur der in allen Belangen kompetente Makler wird auf die lange Frist überleben. Wir erkennen an der Nutzung unseres Weiterbildungsangebotes bei der AMA, dass auch die Makler dies so sehen.

Dr. Freericks ist verantwortlich für die Allianz Maklerakademie.(c) Allianz Deutschland AG

Bieten Sie auch Online Schulungen an? Wenn ja, wie laufen diese ab?

Ja – seit 2010 bieten wir regelmäßig Online-Schulungen an. Zu dieser kann sich der Makler – wie zu einem Präsenzseminar auch – online im geschützten Bereich unseres Maklerportals anmelden. Er bekommt einen Link mit Pin und wird zum Start der Online-Schulung automatisch angerufen. Die Online-Schulungen sind live. Je nach Teilnehmerzahl gibt es für Fragen eine Chatfunktion. Hier werden die Fragendirekt während des Seminars beantwortet. Teils sind auch je auch Seminar live-Fragerunden etc. vorgesehen.

Welche Inhalte sollten solche Schulungen haben? Welche Inhalte deckt das Seminarangebot der Allianz Maklerakademie ab?

Bei den Präsenzseminaren bietet die Maklerakademie in den Sparten Leben, Sach und Kranken ein vielfältiges Angebot. Das geht vom Grundlagenwissen über Aufbauseminare bis zum Spezialistenwissen. Die Form des Seminars (Präsenzseminar in keinen Gruppen, Online-Seminar oder größere Plenums-Veranstaltung) wird auf die zu vermittelnden Inhalten abgestimmt. Bei unseren Schulungen legen wir sehr großen Wert darauf, Anbieter-neutral zu schulen, also z.B. im Bereich „bAV-Basics“ die 5 Durchführungswege, die arbeits- und sozialrechtlichen Rahmenbedingungen zu vermitteln.

Sämtliche Seminare sind nach einer einheitlichen Seminarschablone konzipiert; aufbauend auf Bedarfserhebungen, Marktbeschreibungen und Hintergrundinformationen werden die rechtlichen Rahmenbedingungen analysiert sowie die Wettbewerbssituation beleuchtet, um zuletzt noch auf die operative Umsetzung ein zu gehen. Der Allianz spezifische Part darf nie mehr als 20 Prozent der Veranstaltungsdauer betragen.

Online-Seminare sind dagegen auf ein spezielles Thema fokussiert und sollten zwischen 60-90 Minuten dauern. Die AMA bietet Online-Seminare teils auch als Ergänzung zu Präsenzseminaren an beispielsweise bei rechtlichen Änderungen oder bei Neuerungen.

Woher kommen Ihre Referenten? Sind es Partner der Allianz?

Unsere Referenten sind i.d.R. Experten der Allianz. Zudem nehmen wir auch die Expertise externer Fachleute in Anspruch, sei es von Lehrstühlen, Kanzleien oder Instituten etc. Wichtig ist uns, dass unsere Geschäftspartner vom Seminar profitieren und wir ihnen einen Mehrwert mit den Inhalten bieten können.

Können auch Makler, die nicht an die Allianz Maklerakademie angebunden sind teilnehmen?

Nein: Unser Angebot richtet sich ausschließlich an Geschäftspartner, die sowohl direkt bei uns angebunden sind als auch, über einen bei uns angebundenen Pool an uns vermitteln.

Kann der Makler entsprechende Qualifizierungen bei Ihnen erwerben? Wenn ja welche?

Wir stellen unseren Teilnehmern eine Teilnahmebestätigung mit Inhalten des besuchten Seminares aus. Auch ist die Allianz Maklerakademie Bildungsanbieter der Initiative „gut beraten“ und übermittelt Punkte für Seminare, die den Anforderungen der Initiative entsprechen. Sachkundenachweis, Versicherungskaufmann-Prüfung, IHK-Prüfung etc. bieten wir jedoch nicht an.

Weiterbildungsangebote von Produktgebern stehen z.T. im Verdacht Punkte auch für Produktschulungen zu vergeben. Ist das in ihrem konkreten Fall richtig – Warum (nicht)?

Prinzipiell spricht aus unserer Sicht nichts dagegen, Produkte zu schulen. Damit ein Makler seinen Kunden sachgerecht beraten kann, muss er – neben den Grundlagen und den rechtlichen, ggf. steuerlichen und arbeitsrechtlichen Grundlagen – die Produktlösungen der verschiedenen Anbieter kennen, um das für den Kunden passende Angebot zu erstellen. Bei der AMA steht die anbieter-neutrale Grundlagenschulung im Vordergrund. Die Vorstellung der Allianz spezifischen Produktlösungen beschränkt sich auf einen kleinen Teil der Schulung. Daher vergeben wir – dem Reglement von „gut beraten“ entsprechend – auch Punkte.

Viele Vermittler sind bereits als „Punkte-Jäger“ bei „gut beraten“ aktiv. Aktuell gibt es für die Vergabe von Weiterbildungspunkten jedoch noch keine rechtliche Grundlage. Wie stehen Sie dazu?

Die Allianz hat bei der Entwicklung der Brancheninitiative als einer der Versicherungspartner mitgearbeitet. Die Initiative hat zum Ziel, die Fach- und Beratungskompetenz der Vermittler zu stärken. Unserer Meinung nach haben sich unsere Geschäftspartner auch vorher aktiv weitergebildet und ihr Wissen aktualisiert und erweitert. Das zeigen auch die Erfahrungen aus der Akademie. Das Weiterbildungskonto dient jetzt dazu, diese Aktivitäten der Makler transparent zu machen. Dass die Beteiligung an der Initiative – also das Sichtbarmachen der eigenen Aktivitäten – aktuell auf freiwilliger Basis erfolgt, schmälert nicht den Wert. Wir können feststellen, dass ca. 40 Prozent der Teilnehmer der AMA kein Weiterbildungskonto bei uns angegeben haben, sich aber dennoch weiterbilden.

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Die Fragen stellte Jenny Müller

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