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10.02.2016

InterviewWeiterbildung per Mausklick?

Im Studio wird ein Lernvideo für die Pink University gedreht. Der Bildungsdienstleister ist auf E-Learning spezialisiert. Pressefoto Pink University

Weiterbildung: Der E-Learning-Anbieter Pink University hat 25 seiner 60 Videotrainings für die Weiterbildungs-Initiative "gut beraten" für Versicherungsvermittler akkreditieren lassen. Auch große Versicherer wie Allianz oder Munich Re greifen auf die Schulungsfilme des Bildungsdienstleisters zurück. Wir haben mit Pressesprecher Leo Molatore gesprochen, mit welchen Inhalten und Formaten die Pink University Versicherungsvermittler ansprechen will - und weshalb man dabei speziell auf Online-Learning setzt.

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Versicherungsbote: Die Pink University bietet E-Learning mittels Schulungsfilmen an. Warum haben Sie sich auf das E-Learning spezialisiert? Wo sehen Sie Vorteile dieser Form des Lernens?

Leo Molatore, Pink University: Wir sehen täglich, dass die Digitalisierung sich auch im Bereich der Weiterbildung durchsetzt – nicht ohne Grund wächst E-Learning seit Jahren zweistellig. Die wichtigsten Vorteile von E-Learning sind, dass die User die Lern-Inhalte zeitlich sowie örtlich völlig flexibel abrufen und ihrem individuellen Lerntempo bearbeiten können, und dies für einen nachhaltigen Lernerfolg auch auf Wunsch immer wieder. Und natürlich bietet E-Learning im Vergleich zu klassischen Präsenz-Schulungen eine nennenswerte Zeit- und Geldersparnis, da Anfahrt und Übernachtungen wegfallen.

"Eine neue Farbe ins E-Learning bringen"

Versicherungsbote: Auffallend ist Ihr Name: Pink ist eine Farbe, die ins Auge sticht, auch grell ist. Wollen Sie sich von anderen Bildungsdienstleistern abheben – und wie wollen Sie dies erreichen?

Leo Molatore ist der Pink University für die Öffentlichkeitsarbeit und Social Media zuständig.Pink University Molatore: Zum einen ist „PINK“ ein Akronym, es steht für Professionell, Innovativ, Neugierig und Kompetent – das sind in Kurzform unsere Unternehmens-Charakteristika. Zum anderen machen wir damit deutlich, dass wir als Videolearning-Pioniere eine ganz neue Farbe ins E-Learning bringen. Bis vor ein paar Jahren noch bedeutete E-Learning vor allem Web Based Trainings, und diese WBTs hatten eher textlastige Inhalte, die manchmal vielleicht durch ein Foto aufgelockert wurden, aber recht dröge daherkamen und sich bei den Usern meist keiner großen Beliebtheit erfreuten. Aber seit schnelle Internet-Verbindungen bei fast allen Unternehmen angekommen sind, ist es möglich geworden, auch Bewegbild-Inhalte aus der Cloud abzuspielen. Und diese kommen bei den Usern wesentlich besser an – und vermögen es auch, die Nutzer stärker zu motivieren, indem die Inhalte viel emotionaler dargestellt werden können. Ein Beispiel: Eine Verhandlungsschulung lässt sich wesentlich besser per Video als per Text durchführen, da das Bewegtbild z.B. realistische Verhandlungs-Szenen zeigt, die wir mit Schauspielern drehen.

Versicherungsbote: ... an welche Zielgruppe richten sich die Lehrinhalte der Pink University speziell mit Blick auf die Versicherungsbranche?

Molatore: Die Initiative „gut beraten“ hat uns nach einem intensiven Prüfprozess bescheinigt, dass unsere Inhalte für eine hochwertige und wirksame Schulung von Versicherungsvermittlern geeignet sind, und zwar – um deren offiziellen Kompetenzmatrix-Begriffe zu verwenden – für Planung, Steuerung und Führung, Gesprächsvorbereitung, -durchfürung und -nachbereitung sowie Bestandskundenmanagement. Andererseits sind unsere Videotrainings natürlich auch ein Gewinn für viele andere Versicherungs-Mitarbeiter aus anderen Bereichen, nicht ohne Grund werden sie etwa von der Allianz, der Munich Re oder der Akademie Bayerischer Genossenschaften eingesetzt.

Versicherungsbote: Im Versicherungsvertrieb wird fast inflationär über die Digitalisierung von Prozessen debattiert: der Kontakt zwischen Versicherer und Kunden verlagert sich ins Netz. Wird die Digitalisierung Ihrer Meinung nach auch die Bildungsbranche erfassen – und weshalb?

Molatore: Auf jeden Fall – wir befinden uns schon mitten in einem digitalen Veränderungsprozess, auch und ganz besonders in der Weiterbildung! Der Grund ist simpel: Die neuen Möglichkeiten wie etwa Videolearning bieten sehr viele Vorteile. Vom deutlichen Flexibilitätsgewinn hatten wir ja schon gesprochen, und gerade Versicherungsvermittler wissen sehr genau: Zeit ist Geld! Warum sollten sie also unbedingt in zu einem Seminarhotel fahren und dort sitzen, um Neues zu lernen, wenn es auch viel einfacher, schneller und nachhaltiger geht?

"Videotrainings erfordern eine gewisse Disziplin"

Versicherungsbote: Wie wird der Lernerfolg bei Ihren Angeboten evaluiert? Schließlich erfordert Lernen per Video auch Disziplin. Anders als bei Präsenzseminaren kann sich der Lernende nicht mit Dozenten und anderen Schülern austauschen.

Molatore: Ja, Videotrainings als Selbstlernmedien erfordern eine gewisse Disziplin. Aber im Fall der Versicherungsvermittler locken ja neben dem wertvollen, praxisrelevanten Wissensinput natürlich auch die gut-beraten-Weiterbildungspunkte. Und der Lernerfolg bei unseren Videotrainings lässt sich damit nachweisen, dass die Teilnehmer einen Online-Abschlusstest absolvieren müssen, um sich ihre „gut beraten“-Punkte gutschreiben zu lassen. Bei der Beantwortung der Fragen, die übrigens unter einem gewissen Zeitdruck stattfindet, müssen sie mindestens zu 80% korrekte Antworten geben. Um sich darauf gut vorzubereiten, ist es aber möglich, nach jedem Einzelvideo Lernfragen zu beantworten, um sicherzugehen, dass man das Wissen gut verinnerlicht hat. Und dann können Versicherungsvermittler – je nach dem Zeitaufwand, der für das Absolvieren des Videotrainings, der Übungen und des Abschlusstests nötig ist – bis zu sieben Weiterbildungspunkte erlangen.

Versicherungsbote: Seit November 2015 sind Sie als erster Videolearning-Anbieter für die Initiative „Gut beraten“ akkreditiert. Wie können Versicherungsvermittler an Ihren Weiterbildungen partizipieren?

Molatore: Ganz einfach dadurch, dass die Versicherungsunternehmen mit uns in Kontakt treten, wir die von ihnen getroffene Auswahl von Videotrainings in deren Learning Management System einbetten und die Unternehmen ihren Vermittlern dann den Zugriff auf die Inhalte ganz einfach über einen Lizenzschlüssel ermöglichen.

Versicherungsbote: Ihr Angebot ist breit gefächert. Sie vermitteln für „gut beraten“ auch Soft Skills wie Argumentationstraining, Zeitmanagement und Präsentieren mit Powerpoint. Sehen Sie bei diesen Kompetenzen einen Nachholbedarf im Versicherungsvertrieb?

Molatore: Ganz unabhängig von der Branche können wir sagen: Jeder noch so erfahrener Praktiker kann immer noch einiges dazulernen. Sicher hat jeder so seine eigenen Gewohnheiten entwickelt, wie beispielsweise Zeitmanagement funktioniert – aber Methoden und Tipps von renommierten Trainern, wie dem sehr bekannten Zeitmanagement-Experten Lothar Seiwert, sind ein sehr wertvoller Input, der einen bei der täglichen Arbeit unterstützen kann.

"Viele Führungskräfte sind mit anspruchsvollen Aufgaben überfordert"

Versicherungsbote: Auch Führungskompetenz ist Teil Ihres Lehrprogramms. Die Seminare heißen „Meetings effizient leiten“ oder „So organisieren Sie sich und Ihr Team“. Provokativ gefragt: Sind das Fähigkeiten, die man per Video „lernen“ kann – oder erlangt man sie individuell durch Praxiserfahrung?

Molatore: Ja, per Video kann man sehr viel Führungs-Knowhow lernen! Angewandt wird das Wissen dann natürlich in der Praxis – aber leider ist es ziemlich verbreitet, dass Menschen in Führungsaufgaben befördert werden, ohne dass sie jemals gelernt haben, ein Meeting professionell zu leiten, Mitarbeitergespräche zu führen oder einen erfolgreichen Veränderungsprozess durchzuführen. Darum gibt es leider auch gar nicht so selten Führungskräfte, die mit den vielen anspruchsvollen Aufgaben, die sie bewältigen müssen, überfordert sind …

Versicherungsbote: Bei komplexen Themen kann es wichtig sein, dass der Schulungsteilnehmer ein Feedback von der Lehrkraft einholt, zum Beispiel wenn er komplexe Sachverhalte nicht verstanden hat. Besteht die Möglichkeit einer persönlichen Rückmeldung auch bei Ihren E-Learning-Angeboten?

Molatore: Richtig, die Möglichkeit eines direkten Feedbacks durch einen Experten besteht bei unseren Schulungsvideos nicht. Aber deshalb legt unsere Redaktion sehr großen Wert darauf, dass sie die Wissensinhalte so aufbereitet, dass sie didaktisch ideal vermittelt werden, also sehr klar und verständlich. Um das zu erreichen, greifen unsere Redakteure auf eine Reihe von Formaten zu, wie beispielsweise animierte Grafiken, Splitscreen-Technik, Screencasts – man sieht direkt eine Software und die Mausbewegungen und hört die Stimme aus dem Off – , Video-Scribing – dabei entsteht eine Grafik, während der Experte spricht – oder wie schon erwähnt Spielszenen. Zahlreiche Arbeitsmaterialien wie Übungsblätter, Checklisten oder Zusammenfassungen und natürlich die erwähnten Abschlusstests unterstützen den Lernerfolg zusätzlich.

Versicherungsbote: Wie wichtig schätzen Sie es ein, dass eine Weiterbildung für Versicherungsvermittler unabhängig von Produktgebern erfolgt? Bei der Initiative „gut beraten“ werden immerhin manche Veranstaltungen direkt von Versicherern angeboten.

Molatore: Dass wir ein unabhängiger Anbieter sind, dessen Produkte auch in allen denkbaren Bereichen außerhalb der Versicherungsbranche eingesetzt werden – unter unseren Kunden sind beispielsweise Siemens, der Healthcare-Anbieter Chiesi oder das Internet-Unternehmen Tomorrow Focus – spricht sicher für die Qualität und die universelle Einsatzfähigkeit unserer Videotrainings. Außerdem können Versicherungsvermittler sicher sein, dass unsere Weiterbildungs-Inhalte keinerlei versteckte oder auch offensichtliche Werbung für Versicherungs- oder Finanzprodukte enthalten … wie das ja bei Weiterbildungen von Produktgebern womöglich passieren kann.

Versicherungsbote: Einige Ihrer Lehrangebote im Rahmen von „gut beraten“ tragen Titel wie „Neues Hardselling für mehr Erfolg“ oder „Besser verkaufen“. Ziel der GDV-Initiative „gut beraten“ ist es unter anderem, die Beratungsqualität im Sinne des Verbrauchers zu verbessern. Sehen Sie hier keinen Widerspruch zwischen schneller Verkaufsabsicht und Orientierung an Kundenbedürfnissen?

Molatore: Zum Know-how eines guten Versicherungsvermittlers gehört selbstverständlich neben vielen anderen Dingen auch, wie man verkauft. Und da gibt es viel zu lernen: Einwandbehandlung, gezielte Nachfrage-Methoden, um den Kundenbedarf besser zu verstehen, professionelle Preisverhandlungen führen, um nur ein paar zu nennen. Dieses Vertriebswissen wird übrigens der „gut beraten“-Kompetenzmatrix „Gesprächsdurchführung“ zugerechnet.

Die Fragen stellte Mirko Wenig

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Steckbrief: Die Pink University ist ein E-Learning-Anbieter mit den Schwerpunkten Videotrainings und videobasierte Web Based Trainings (WBTs). Neben Auftragsproduktionen bietet sie eine Schulungsvideo-Mediathek sowie die Lernwelt Online Academy. 25 Videotrainings wurden Ende 2015 von der Weiterbildungs-Initiative „gut beraten“ als für Versicherungsvermittler empfohlene Inhalte akkreditiert.

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