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04.02.2016

Ein Kommentar von Oliver MackDVAG vs. Fintechs: Lasst die Spiele beginnen und das Publikum entscheiden!

Oliver Mack kommentiert den Zwist zwischen DVAG und Knip.azboomer/Pixabay

Da ist mal Musik drin: Helge Lach, Vorstand der DVAG, hat mal richtig gegen die Fintechs vom Leder gezogen. Das kann man mal machen, das bringt auch Aufmerksamkeit, aber es macht auch angreifbar. Denn was er schreibt, sind fast nur Annahmen, kaum belastbare Fakten, manches ist arg emotional, teils sogar ein bisschen wehleidig. Darauf geantwortet hat Dennis Just, Gründer und CEO von Knip. Er haut ein paar Nägel rein, unterstellt, dass die DVAG „mit dem Rücken zur Wand steht“ und dass es nur wegen Anbietern wie der DVAG, Fintechs wie Knip überhaupt gibt. Auch viele Behauptungen. Ein Gastkommentar von Oliver Mack.

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Und nun hat Dominik Groenen auch ein klares und fettes Statement abgegeben. Wer erwartet hat, dass der Fintech-Guru Groenen dem Fintech-Knipser zur Seite springt, sieht sich getäuscht. Groenen sympathisiert eher mit der DVAG und wirft dem Knipser in seiner treffenderweise Polemik genannten Antwort vor, keine Argumente zu haben oder zumindest keine ins Feld zu führen. Wer will in diesem erlauchten Kreis der Diskutanten nicht gerne dabei sein, ich schon. Also gehen wir es an!

Erst mal möchte ich mich bei allen Beteiligten bedanken für die Aufmerksamkeit, die sie für die Branche im Allgemeinen und die Fintechs im Besonderen erreicht haben. Die eigene Message ins Handelsblatt zu kriegen, ist ein schöner Erfolg. Der Preis dafür ist zumindest bei Herrn Lach und bei Dennis nicht zu unterschätzen, denn man fragt sich schon, ob die Emotionen einfach durchgeknallt sind, ob der PR-Berater krank war oder ob es einfach an Kompetenz fehlt.

Leute, ganz ehrlich, wem hilft so ein teenagermäßiges Rumgezicke frei von Argumenten? Der Sache eher nicht, der eigenen Positionierung eher auch nicht. Der Unterhaltung schon – ich les das richtig gerne! – die Spiele haben begonnen. Schön.

Danke an Dominik dass Du versuchst das Ganze etwas auf das Wesentliche zurückzuführen, auch wenn Du mit einer Polemik nicht den leichtesten Weg gegangen bist, aber so kennen und schätzen wir Dich!

Herr Lach, warum machen Sie sich so unnötig angreifbar?

Meine Frage an Herrn Lach, warum machen Sie sich so unnötig angreifbar? Unabhängig davon was einer von der DVAG und der Beratungsqualität hält, ich habe weder als Kunde noch als Insider Erfahrungen, deshalb erlaube ich mir kein Urteil, haben Sie eine unternehmerische Leistung vollbracht in den letzten 40 Jahren, auf die Sie und Ihre Mitarbeiter stolz sein können. Wir Fintechs scheinen Sie trotzdem zumindest ordentlich zu nerven. Das ist irgendwie schön. Aber ich bin überzeugt, Sie können sich ein bisschen mehr Gelassenheit gönnen. So laut wie die Insurtechs im Moment auch posaunen, so wenig haben sie bis jetzt substanziell geleistet.

Oliver Mack ist ist CEO von Asuro und seit mehr als 20 Jahren erfolgreich in der Versicherungsbranche tätig, unter anderem mit Stationen bei der Allianz, Insurance City und der Hoesch & Partner GmbH. Er studierte Betriebswirtschaft in Stuttgart und im Ausland, u.a. in Harvard und Asien.

Und das sage ich als CEO eines Insurtechs. Und wir werden Sie und Ihre DVAG nicht von heute auf morgen wegblasen – auch wenn mancher Kollege nachts davon träumt und denkt die Welt wäre dann eine bessere. Klar müssen Sie mit der Zeit gehen, aber wer 40 Jahre am Markt besteht, kann nicht alles falsch gemacht haben. Und ja ich höre schon wieder die Standardargumente: aber die Mittel und die Methoden. Hallo Ihr Fintech-Menschen, die Ihre Latte-schlürfend und apple-tippend im Starbucks sitzt, was ist denn mit den Produktionsbedingungen bei Apple und der Steuermoral bei Starbucks. Ist das etwa moralisch mit anderen Maßstäben zu beurteilen als z.B. Strukki-Methoden. Ich meine nein, aber vielleicht tun wir es trotzdem.

Meine Frage an Dennis: Warum so laut und arrogant? Ich glaube ein bisschen mehr Demut und Zurückhaltung stünde uns Insurtechs gut zu Gesicht. Wir haben richtig geile Ideen, die das Potenzial haben, die Branche zu verändern. Aber ob es unsere Läden in 40 Jahren noch gibt, ist mehr als fraglich, die Wahrscheinlichkeit liegt wohl im Promille-Bereich. Und durch einen Exit in einem anderen Unternehmen aufzugehen, wäre noch die eleganteste Form des Verschwindens. Und wir müssen es erst mal nachhaltig zur Zufriedenheit der Kunden auf die Straße kriegen. Ach ja, nicht zu vergessen, dass wir mit unserem Business-Modell Geld verdienen können, müssen wir auch noch beweisen. Spending funny-money is easy. Langfristig Profit zu erzielen die hohe Kunst. Frag nach bei Rocket Internet.

Entscheiden wird am Ende der Verbraucher

Die gute Nachricht: Der Markt ist groß genug für viele Player. Die Spiele haben begonnen und entscheiden wird am Ende der Verbraucher. Er allein entscheidet über unseren Erfolg, er allein senkt oder hebt am Ende des Spiels den Daumen. Deshalb ist es mir persönlich relativ egal, wenn Old-School-Vertriebsmenschen gegen Fintechs polemisieren. Sollen Sie. Aber deswegen werde ich mich hoffentlich nie ohne Respekt gegenüber Unternehmen äußern, die 40 Jahre am Markt bestanden haben.

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Und zum Schluss noch ein Wort an die Verbraucher: Ihr seid auch in der Verantwortung, egal ob Ihr Euch von der DVAG eine vermeintlich sinnlose Versicherung aufschwatzen lasst oder ob Ihr bei Knip die AGBs nicht lest, aber den Haken setzt, dass Ihr es getan habt. Am Ende entscheidet Ihr und dann gehört es für den mündigen Verbraucher dazu, diese Entscheidung bewusst zu treffen, sie zu verantworten und mit den Konsequenzen zu leben.

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