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18.01.2016

Fintechs und Co.Allianz-Chef Oliver Bäte fordert Chancengleichheit für Online- und Offlineanbieter

Versicherungsvermittlung per Klick? Immer mehr Online-Anbieter drängen auf den Markt (Symbolfoto). Tumisu@Pixabay.com

Allianz-Chef Oliver Bäte forderte in einem Interview mit dem Spiegel Waffengleichheit zwischen Online- und Offlineanbietern. Viele Internetunternehmen würden gar nicht erst auf dem Versicherungsmarkt aktiv werden, wenn sie wüssten, was für regulatorische Anforderungen auf sie zukämen, so der Allianz-Vorstand.

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Allianz-Chef Oliver Bäte hat in einem Interview mit Der Spiegel gefordert, dass die strengen aufsichtsrechtlichen Regeln für Versicherer und Vermittler auch für FinTechs und Onlineunternehmen gelten müssen. Die Allianz fürchte sich nicht „vor einem fairen Wettbewerb mit Unternehmen, die im Interesse und mit Zustimmung des Kunden dessen Daten verwenden“, so sagte der Vorstand dem Hamburger Nachrichtenmagazin. „Aber wir finden es nicht so toll, wenn Unternehmen Kundendaten einfach abgreifen und damit Geschäfte machen.“

Keine Waffengleichheit zwischen Online- und Offlineanbietern?

Oliver Bäte, Chef der Allianz Dass Bäte mit seiner Äußerung auch die Vermittler im Blick hat, daran ließ er keinen Zweifel. Nicht nur die Produkte der Versicherer würden derzeit streng reguliert, sondern auch die Beratungsprozesse. "Wichtig ist, dass wir Waffengleichheit haben zwischen Online- und Offlineunternehmen. Die gibt es heute nämlich nicht." Für alle Anbieter müssten die gleichen Regeln gelten. Viele Internetunternehmen würden sich andere Geschäftsfelder suchen, wenn sie wüssten, was ihnen bevorstehe, sagte der studierte Betriebswirt.

In den letzten Monaten hatte es vermehrt Kritik gegeben, dass Online-Anbieter nicht zu einer ähnlichen Transparenz verpflichtet seien wie andere Akteure der Branche. So verklagte der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) den Branchenprimus Check24, weil das Vergleichsportal angeblich keine individuelle Beratung vornehme und nicht die erforderlichen Statusinformationen gebe, dass er als provisionsbasierter Versicherungsmakler nach §34d Gewerbeordnung agiere. Check24 weist die Vorwürfe von sich – ein Urteil steht noch aus.

Auch Grüne fordern mehr Transparenz für Online-Portale

Auch die Politik ist auf das Thema aufmerksam geworden. „Vergleichs- und Bewertungsportale sind häufiger weniger objektiv und unabhängig, als Verbraucherinnen und Verbraucher annehmen“, heißt es in der Anfrage der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen an die Bundesregierung. „Viele der Portale finanzieren sich über Provisionen und bewerten daher auch nur diejenigen Anbieter, die Provisionen zahlen.“ Eine Verschärfung der Gesetzgebung sei aktuell nicht geplant, ließ das Bundeswirtschaftsministerium wissen. Doch auch in der Bundesregierung gibt es kritischere Stimmen. So fordert Gerd Billen, Staatssekretär im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, in einem Interview mit der Zeitschrift "Aktuar aktuell" mehr Transparenz für Online-Portale.

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Oliver Bäte gilt selbst als Verfechter einer Online-Strategie. Der Chef von Europas größtem Versicherer stellte im November 2015 einen ehrgeizigen Drei-Jahres-Plan vor, der unter anderem beinhaltet, dass bis 2018 alle Produkte der Allianz auch im Netz angeboten werden. Auch soll mit dem sogenannten "Net Promoter Score" die Bereitschaft der Kunden gemessen werden, Allianz-Vermittler über Social-Media-Kanäle an Freunde und Bekannte zu empfehlen, das soll auch auf die Vergütung der Ausschließlichkeitsvertreter Einfluss haben. Die Einsparungen durch Digitalisierung sollen der Allianz im selben Zeitraum 5 Millionen Neukunden und 6,5 Milliarden Euro zusätzliche Beitragseinnahmen bescheren (Versicherungsbote berichtete).

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