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14.01.2016

Schadensbilanz 2015Deutsche Versicherer leisteten 1,4 Milliarden Euro für Sturm- und Hagelschäden

Hoffentlich gegen Unwetter geschützt? Sturmschäden kosten jedes Jahr Milliarden (Symbolfoto). MK1_Fiesta@Pixabay.com

Versicherung von Naturgefahren: Es gibt kleine Stürme und es gibt teure Stürme. Beim Wettbewerb der schadensträchstigsten Naturereignisse 2015 jedenfalls stand der Wintersturm „Niklas“ ganz vorn. Seine Verwüstungskraft hatte 750 Millionen Euro Schaden zur Folge. Nach Schätzungen des GDV mussten die Versicherer 2015 allein für Sturmschäden 1,4 Milliarden Euro leisten.

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Mit knapp zweihundert Kilometern pro Stunde hatte „Niklas“ alle anderen Naturschäden locker abgehängt, er war stark, schnell und teuer. Der GDV sprach ihm den Titel „Top-Schadenereignis unter den Naturgefahren 2015“ zu, das muss man erst mal schaffen. Aber mit Blick auf die Geschichte relativiert sich der Erfolg des Sturmes, denn im Zeitraum 1995 bis 2015 hatte es bereits fünf Stürme mit einem vergleichbaren Ausmaß gegeben. Dennoch zählt Niklas nun zu den fünf schwersten Winterstürmen der letzten zwanzig Jahre.

Die Kosten solcher Stürme belasten „naturgemäß“ die Sachversicherer schwer. Im Jahresverlauf 2015 hatte es mehrere Naturereignisse gegeben, die hohe Kosten verursacht hatten bei den Versicherern. Alles in allem mussten die Versicherer zur Begleichung der Schäden von Naturereignissen circa 2,1 Milliarden Euro leisten. Die Aufwendungen für Sturm/Hagel allein verschlangen 1,4 Milliarden Euro (siehe Grafik)..

Stürme bedrängen die Versicherungen schwer

„Das Jahr 2015 zeigt wieder einmal eindrucksvoll, dass ein einziger Sturm gut ein Drittel der Schäden verursachen kann“, so Alexander Erdland als Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bei der Vorstellung der Zahlen in Berlin. Neben Winterstürmen wie Niklas sind es auch Tornados, die regelmäßig und ordentlich ins Kontor der Sachversicherer schlagen.

Die fünf schwersten Sturmjahre seit 1997. Quelle: GDV

Tornados gibts jetzt auch in Deutschland

Leicht erinnert man sich an die Bilder vom Tornado, der Anfang 2015 durch die kleine Ortschaft Bützow in Mecklenburg Vorpommern ging und dabei an über einhundert Häuschen zupfte, ihnen das Dach abdeckte oder Fensterläden abriss. Das ist ein Problem, das aus den USA bekannt ist. Ganze Regionen werden durch Stürme unbewohnbar gemacht.

Indessen gilt der Tornado nach wie vor für die meisten Menschen in der BRD als ein ungewöhnliches Ereignis. Doch Meteorlogen wissen, dass das Phänomen in Deutschland inzwischen sehr regelmäßig auftritt. Das liegt auch daran, dass sich Tornados dank Smartphones und Co. heute besser aufzeichnen und nachweisen lassen.

Für alle, die es immer noch nicht glauben wollen, gäbe es ausreichende Smartphone-Videos von deutschen Tornados, so der GDV. Und künftig wird es noch häufiger und wilder stürmen, wie eine Studie von 2011 nahe legt. Demnach gehen Klimaforscher davon aus, dass Sturmschäden bis zum Jahr 2100 um mehr als 50 Prozent zunehmen könnten. Das bedeutet auch, dass die wütendsten Stürme mit einer besonderen Intensität und Schadensbilanz, wie sie sich heute nur alle 50 Jahre mal ereignen, dann im Turnus von zehn Jahren auftreten könnten.

Hierzulande ist das Risiko eines Tornados in der norddeutschen Tiefebene am höchsten, so Auswertungen der Wetterämter, in der flachen Landschaft fehlen schlicht die Windhindernisse. Eine genaue Statistik zu derartigen Unwetterereignissen gibt es in Deutschland aber nicht. Und so sind die Wohngebäudeversicherer gefragt, die für einen Großteil der Schäden aufkommen.

Klimaschutzabkommen in Paris: höchste Relevanz für die Versicherungsbranche

GDV-Präsident Erdland freut sich deshalb über Paris: „Angesichts dieser Herausforderungen ist das Klimaschutzabkommen von Paris ein deutlicher Fortschritt im Kampf gegen die Folgen der Erderwärmung“. Wichtig sei, die selbstgesteckten nationalen Klimaschutzziele umzusetzen, um die die Treibhausgasemissionen auch wirklich entscheidend zu verkleinern.

Denn wenn die vereinbarten Reduktions- und Kontrollmechanismen auf Dauer erfolglos blieben, würden die Menschen die negativen Folgen der Erderwärmung mittelfristig stärker auch in Deutschland spüren. Deshalb sei nur wenn die freiwilligen Verpflichtungen Wirkung entfalten die Chance gegeben, dass sich künftige Wetterextreme in einem erträglichen und damit auch bezahlbaren Umfang ereignen. Alles andere würde auch die Versicherungswirtschaft vor große Herausforderungen stellen, so der GDV.

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„Vor diesem Hintergrund setzen wir uns weiterhin für eine verstärkte Aufklärung, zielgerichtete Präventionsmaßnahmen und individuellen Versicherungsschutz ein. Eine bundesweite Kampagne und die Einrichtung eines nationalen Naturgefahrenportals sind notwendiger denn je“, betonte Erdland, „denn eine Flut wie 2013 oder ein Sturm wie „Kyrill“ kann uns jederzeit wieder ereilen. Dann gilt es, besser vorbereitet zu sein.“

gdv.de

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