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04.01.2016

Auto-NotrufsystemAuto-Versicherungen greifen nach E-Call-Daten

Alexas_Fotos/Pixabay

Das europäische Auto-Notrufsystem E-Call weckt die Begehrlichkeiten der Datensammler. Mit einem eigenen Onboard-Meldedienst, dessen Daten zugleich Treibstoff für Geschäfte mit dem Notmeldesystem sind, wollen die Versicherer sich gegen die Autobauer positionieren. Der GDV-Verband kommentiert das nicht.

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Die Autoversicherer preschen vor und präsentieren am 4. April ein zentrales System, auf das aus havarierten Autos heraus Unfälle automatisch an den Notdienst gemeldet werden. Dies berichtet „Euro am Sonntag“. Demnach tritt die Auto-Assekuranz mit ihrer Unfallmeldedienst getauften rasenden Notrufsäule an Bord der Autos gegen die Autoindustrie und ihr E-Call genanntes System an.

Beiden Notmeldern eigen ist die Erfüllung einer Vorschrift der Europäischen Union, nach der alle ab April 2018 zugelassenen Neuwagen einen automatischen Notmelder installiert haben müssen. Das System schlägt Alarm bei der Notrufzentrale, etwa wenn Airbags nach einem Aufprall ausgelöst wurden oder eine Überschlagsensor im Fahrzeug Laut gibt. Die Daten, die während des Betriebs des Meldesystems anfallen, genauer Big Data, sind für Autohersteller wie Versicherer gleich interessant. Sei es für die Unfallforschung; sei es für die Tarifmerkmale, mit denen Prämien für Autopolicen kalkuliert werden.

20 bis 25 Euro Kosten

Onboard-Notmelder gibt es zurzeit - freiwillig installiert - fast nur in Autos der Oberklasse. Anders als diese recht teuren Systeme der Autobauer will die Assekuranz ihren Unfallmeldedienst im Fahrzeug technisch mit einem Spezialstecker im Zigarettenanzünder an Bord der Fahrzeuge realisieren. Den Rest der Technik und der Kommunikation zur Notrufzentrale übernehme eine Smartphone-App, berichtet der „Euro am Sonntag“ unter Berufung auf „Insider“.

Der Einkaufspreis der Hardware betrage 20 bis 25 Euro und läge damit Hunderte Euro unter den von Audi, BMW oder Mercedes-Benz verkauften Systemen, welche zudem meist vierstellige Zusatzausgaben für integrierte Navigations- und Telekom-Module im Auto voraussetzen. Neben der Nothilfe bei schweren Unfällen helfe der Meldedienst der Versicherer auch bei kleineren Ereignissen wie Pannen, etwa mit dem Herbeirufen eines Abschleppers.

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GDV kommuniziert keine Projektzwischenstände

Auch könne jeder Fahrzeuginsasse den Notruf auslösen und Hilfe oder Unterstützung durch die Zentrale bekommen. Dem Bericht zufolge liegen „bereits 500.000 der von Bosch und IBM entwickelten Stecker bei den Versicherern bereit. Von diesem offenbaren realen Lagerbestand wiederum wollen die Versicherer offiziell noch nichts wissen. Der Versicherer-Verband GDV, der das Assekuranz-Notmeldesystem nach Angaben von „Euro am Sonntag“ koordiniert, habe dem Blatt gesagt: „Wir kommunizieren keine Projektzwischenstände“.

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