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30.10.2015

Franke und BornbergBerufsunfähigkeitsversicherung - Was geht? Die Voranfragemaschine

Maschinen und BU gehören irgendwie zusammen (Symbolfoto). PeterDargatz@Pixabay.com

Berufsunfähigkeitsversicherung: Ein bisschen zu krank? Die Antwort beim Schutz gegen Berufsunfähigkeit gibt Verbrauchern und Vermittlern ein echtes InsureTech. So werden die unterhalb der FinTech-Angebote einsortierten digitalen Dienste in Gründer- und Versichererkreisen neumodisch genannt. Zu diesem pseudodeutschen Wortgeklingele hat das Analysehaus Franke und Bornberg zusammen mit dem Rückversicherer Munich Re nun ein verbessertes, weil effektives Online-Werkzeug abgeliefert. Der Schutz der Arbeitskraft inklusive Alternativ-Deckungen lässt sich sozusagen mit Bordmitteln des Vermittlers einrichten.

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Bei der Berufsunfähigkeits-Versicherung (BU) und Alternativen zu diesem elementaren Schutz gegen die „Wechselfälle des Lebens“, wie Sozialversicherungs-Begründer Bismarck sie nannte, stehen Kunden und Berater vor allem vor zwei Problemen. Wie ist der Kunde versicherbar oder welche Ausweichprodukte führen zum Ziel, die Arbeitskraft der Menschen zu schützen? Und: Schnell, billig, einfach und für den Kunden anonym soll dieser Risiko-Check auch sein.

Keine langen Krankheitsakten bitte

Risikovoranfragen, mit denen vorsorgewillige Verbraucher prüfen lassen können, ob ein Versicherer ihn in seine Bücher nehmen und eine Police ausstellen will, sind für die Assekuranz ein teurer Spaß. Wie teuer, das sagen die Versicherer ungern. Wollen die Unternehmen doch keinen Vertriebspartner verprellen. Die Probleme mit Voranfragen für Policen gegen BU zeigen sich in der täglichen Praxis der Vermittler. „Krankenakten mit mehr als zwei Seiten Umfang bearbeiten wir nicht“; sinngemäß etwa so zitierte kürzlich BU-Spezialist Matthias Helberg aus Osnabrück auf Facebook einen namentlich nicht genannten Versicherer.

Zehnfache Kosten

Voranfragen sind teuer. Je nach Unternehmen berichten die Versicherer hinter vorgehaltener Hand von einer Antragsquote von unter zehn Prozent, bezogen auf die Menge der erhaltenen Risikoanfragen zur BU. Jeder Kaufmann weiß nun, wenn nur aus jeder zehnten Anfrage ein Antrag (nicht immer eine Police!) wird, dann sind die Kosten je Anfrage mal zehn zu nehmen. So werden aus sagen wir 100 Euro Aufwand für einmal medizinisch vortasten schnell 1.000 Euro „vorantragliche“ Kosten für den Versicherer.

Risiko-Roboter

Im vergangenen Jahr hat das Hannoveraner Analysehaus Franke und Bornberg zusammen mit der Munich Re die vers.diagnose GmbH mit einer Prüfplattform für Versicherungsmakler in den Markt gebracht. Vers.diagnose ist eine Art digitaler Risikoprüfer (bislang nur für BU), der in jedem Rechner oder auf jedem Tablet Platz findet. Viele Makler haben seinerzeit dankbar registriert, dass dieses Angebot den Vermittler nichts kostet. Und dennoch spart der von Franke und Bornberg aufwendig und teuer entwickelte Risiko-Roboter richtig Geld. Das der Versicherer. Weil jede BU-Voranfrage, die vom Menschen zur Maschine umgeleitet wird, die Kosten der Versicherer senkt.

Alte Leipziger an Bord

Die vers.diagnose ist also kein Geschenk der Assekuranz an die Makler, sondern ein Kostensenker für die Versicherer. Dennoch ist das digitale Neuland für den BU-Vorabcheck mit Vorteilen letztlich für den Kunden verbunden, weil das Risiko-Tool nach Aussagen von Franke und Bornberg die Abschluss-Wahrscheinlichkeit erhöht. Inzwischen ist mit der Alten Leipziger der elfte Versicherer in der vers.diagnose drin. Auch dieser BU-Player am Markt ist „gerade in der Umstellungsphase auf ein maschinell gestütztes Risikoprüfungsverfahren“, wie Alte-Leipziger-Pressesprecher Andreas Bernhardt die Teilnahme des Unternehmens an der vers.diagnose gegenüber dem Versicherungsboten erläutert.

Digital von der Risikofrage zur Police

„Statt für jeden Versicherer einen individuellen Fragebogen auszufüllen, vergleicht der Makler mit vers.diagnose parallel elf Gesellschaften“, sagt die vers.diagnose GmbH in einer Presseinformation. Im Anschluss liefert das Tool bis zu elf verbindliche medizinische Entscheidungen der angefragten Versicherer. Ein günstiges Votum vorausgesetzt, versicherbar mit oder ohne Zuschlag oder Ausschuss von Risiken, kann der Anwender der vers.diagnose sich bis zum online Abschluss durchklicken. Der Rest ist eine Police, Papier oder PDF-Dateien, Dokumentation inklusive.

Mehr als ein BU-Check

Das Neue an dem Prüftool ist nach Angaben von Entwickler Franke und Bornberg der erweiterte Check. Künftig werde neben BU auch geprüft, mit welchen Alternativ-Produkten der Kunde seine Arbeitskraft des Kunden ebenfalls schützen und versichern kann. Dementsprechend würden die medizinischen Voten auf Versicherungen erweitert, die Erwerbsunfähigkeit, Grundfähigkeiten oder schwere Krankheiten decken. Also auch so genannte Multi-Risk- oder Dread-Disease-Policen.

In seinem, allerdings kostenpflichtigen, AKS-Tool liefert Franke und Bornberg dem schutzsuchenden Kunden zudem einen Wirkungsgrad, eine Messzahl, mit dem Makler und Kunde den effektiven Nutzen von BU und alternativen Deckungen „ablesen“ können. Dieser AKS-Index genannte Wert ist -vereinfacht gesagt- das Produkt aus mehreren Kriterien wie Schadenwahrscheinlichkeit, Leistungsauslöser und Formulierung der Vertragsbedingungen. Eine Analyse zu AKS-Tool und -Index finden Sie im aktuellen Versicherungsbote Print-Magazin (hier kostenfrei bestellen).

Effektive Risikoprüfung

„Auch in der Risikoprüfung geht vers.diagnose neue Wege. Statt starrer Fragebögen gibt es ein kontextbezogenes Fragenset, das jeweils nicht mehr als sieben Unterfragen enthält“, erläutert Katrin Bornberg, Geschäftsführerin von Franke und Bornberg und der vers.diagnose GmbH. Zum Beispiel verzichte die vers.diagnose bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf Fragen nach Medikamenten oder Blutdruck-Werten. „Nach den Erkenntnissen von Munich Re ist für die Bewertung nicht entscheidend, welches konkrete Medikament ein Versicherter nimmt, sondern, ob er richtig eingestellt wurde. Das aber erkennt man besser an den Symptomen“, stellt Katrin Bornberg fest.

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Fragen beantworten statt Freitext-Angaben

Viele Fragen, die Kunden nicht immer eindeutig beantworten könnten, seien weggefallen. Wie Munich Re festgestellt habe, führe die neue Kombination aus weniger, aber intelligenteren Fragen zu einer deutlich verbesserten Basis für eine Risikoentscheidung. Makler profitierten zudem doppelt, denn seit der VVG-Reform 2008 muss nur noch beantwortet werden, wonach in Textform gefragt wurde. Letzteres erscheint wichtig. Wenn alle Fragen in der vers.diagnose, also letztlich die Fragen der elf kooperierenden Versicherer, korrekt beantwortet sind, dann könnten freitextliche Angaben des Kunden der VVG-Logik nach eigentlich ersatzlos entfallen.

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