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08.07.2015

BundestagKrankenkassen sollen Kliniken mitfinanzieren

Krankenhäuser sind auf künftige Herausforderungen nicht vorbereitet. Vor allem der Personalmangel wird Probleme hervorrufen.jaytaix / pixabay.com

Krankenkassen sollen sich an der Finanzierung sowie an der Krankenhausplanung beteiligen. Das fordert die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen aktuell im Bundestag. Kliniken sind derzeit nicht ausreichend auf künftige Herausforderungen vorbereitet, heißt es im Antrag an die Bundesregierung. Die Linke bemängelt, dass in deutschen Krankenhäusern derzeit ein Pflegenotstand herrsche und fordert verbindliche Verfahren zur Erfassung des Personalbedarfs.

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Der demografische Wandel führe zu einer zunehmenden Zahl älterer und chronisch kranker Patienten. Bereits in fünf Jahren könne man damit rechnen, dass jeder fünfte Krankenhauspatient an Demenz leide. Die Kliniken müssten sich dieser Entwicklung stellen. Auch wäre es nötig, die Behandlung im Krankenhaus enger mit der ambulanten Versorgung zu verzahnen und eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Gesundheitsberufen und eine Aufwertung der Pflege zu schaffen. Nötig seien ferner vor allem im ländlichen Raum flexiblere Versorgungsstrukturen, fordern die Grünen und verlangen grundsätzliche Veränderungen in der Finanzierung und Ausstattung der Häuser.

Personalmangel: Pflegekräfte massiv belastet

Die aktuellen Probleme seien unübersehbar. So steige durch den Personalabbau der zurückliegenden Jahre die Belastung für die Pflegekräfte. Hinzu komme eine hohe Zahl von Krankenhausinfektionen infolge multiresistenter Keime und oft mangelnder Hygiene, so die Grünen. Auch die Fraktion Die Linke kritisiert den personellen Missstand in Krankenhäusern. Immer weniger Pflegekräfte haben immer mehr Patienten zu versorgen. Der tatsächliche Pflegeaufwand werde in den Fallpauschalen (DRG) nicht abgebildet. Insbesondere in der Krankenpflege führe die Leistungsverdichtung zu dauerhaft unerträglichen Arbeitsbedingungen.

Viele Beschäftigte zögen die Konsequenz und wechselten in Teilzeitjobs, "weil die Arbeitshetze in Vollzeit physisch und psychisch nicht zu ertragen ist". Der Anteil der Beschäftigten in Teilzeit sei in den Pflegeberufen zwischen 1999 und 2009 von 40 auf 52 Prozent gestiegen. Andere wechselten gleich den Beruf. Zwischen der Qualität der Arbeitsbedingungen im Krankenhaus und der Qualität der Patientenversorgung bestehe ein enger Zusammenhang, erklärt Die Linke ebenfalls in einem Antrag im Bundestag.

Investitionsstau - Krankenkassen sollen zahlen

Aus Sicht der Grünen gibt es derzeit einen Investitionsstau von mindestens zwölf Milliarden Euro. Die Abgeordneten fordern konkret, die Krankenkassen an der Investitionsfinanzierung, aber dann auch an der Krankenhausplanung zu beteiligen. Gemeinsam mit den Ländern soll eine sektorübergreifende Versorgungsplanung entwickelt werden. Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter sind auch im Sinne der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern.

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Die Linke macht darauf aufmerksam, dass die im Krankenhausstrukturgesetz vorgesehenen Mittel von 330 Millionen Euro jährlich könnten höchstens den Anstieg der Fallzahlen kompensieren. Der Deutsche Pflegerat fordere hingegen auf vier Jahre zusätzlich 2,5 Milliarden Euro pro Jahr, um Krankenpflegestellen zu schaffen. Entsprechend fordern Linke und Grüne, dass zur Pflege in Kliniken eine verbindliche, gesetzlich verankerte, Personalbemessung eingeführt werden sollte.

HIB

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