Anzeige

Facebook ProfilTwitter ProfilGoogle Plus ProfilXing Profil
26.05.2015

FinanzenAltersvorsorge - Deutsche kennen offenbar den Zinseszinseffekt nicht

Richtig nachgerechnet? Wer zeitiger mit der Altersvorsorge anfängt, hat es einfacher. Jarmoluk@Pixabay.com

Altersvorsorge: Vierundachtzig Prozent der Deutschen glauben, ohne private Vorsorge im Alter finanzielle Probleme haben zu werden. Das ist das Resultat einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA im Auftrag der Gesellschaft Deutscher Versicherer (GDV). Demgegenüber sorgen nur 48 Prozent der Befragten auch wirklich privat vor.

Anzeige


Wie der Bundesverband der Deutschen Ruhestandsplaner (BDRD) errechnet hat, ließe sich bereits mit kleinen Beträgen schon ein beachtliches Polster erwirtschaften. Wichtig sei für den Erfolg allein, das man früh begänne. „Die Rente ist sicher – das glaubt heute niemand mehr“, ist sich Peter Härtling, Präsident des Bundesverbandes der Ruhestandsplaner Deutschland (BDRD) sicher.

Thema Altersvorsorge in Zukunft verlagert

Den Deutschen ahnen in der Mehrheit, dass es allein mit der gesetzlichen Rente im Alter unangenehm werden könnte. Doch viele vertagen das Thema Altersvorsorge weit in die Zukunft. „Das ist aber der falsche Weg“, warnt Härtling. „Die Deutschen kennen offenbar den Zinseszinseffekt nicht”, so der BDRD-Präsident. Für einen erquicklichen Ruhestand sei es gerade wichtig, so früh wie möglich anzufangen. Denn nur über einen langen Zeitrahmen könne der Zinseszinseffekt sein volles Potenzial entfalten.

Der Zins wirkt dabei nicht allein bei Sparbuchzinsen, sondern auch beispielsweise, wenn Dividenden aus Aktienbesitz wieder angelegt werden oder thesaurierende Fonds mit ihren Gewinnen weiter wirtschaften. Die reinvestierten Renditen erwirken also immer neue Einnahmen, die dann in der Folge wiederum Renditen generieren. „Wer früh anfängt, muss weniger sparen“, resümiert Härtling und rechnet vor: Möchte man sich im Alter von 67 Jahren in den Ruhestand begeben und benötigt dann zusätzlich zur gesetzlichen Rente monatlich weitere 1000 Euro, um seinen gewohnten Lebensstandard zu halten, der braucht er bei einer angenommenen Infaltion von drei Prozent finanzielle Rücklagen von rund 230.000 Euro.

Je älter der Sparer, desto höhere Rücklagen erforderlich

Ein heute 20-Jähriger müsste bei einer durchschnittlichen Rendite von konservativen fünf Prozent monatlich 105,22 Euro zurücklegen. Dank Zinseszinseffelt würden so nach 47 Jahren aus den nominal angesparten 59.334 Euro 230.000 Euro. Kümmert sich der Sparer aber erst im Alter von 30 Jahren um seine Altersvorsorge, muss er monatlich schon 184,41 Euro zurücklegen. Und wenn er erst mit 40 Jahren beginnt, sind es schon 342,81 Euro. Härtling betont, dass die veranschlagten 230.000 Euro lediglich für die Aufrechterhaltung des Lebensstandards vorgesehen sind. „Wer sich im Alter noch den ein oder anderen Traum erfüllen möchte, braucht einen größeren Kapitalstock”, mahnt der Ruhestands-Experte.

Anzeige


Um das zu erreichen, muss entweder die monatliche Sparrate oder die Risikobereitschaft erhöht werden. Hintergrund Der BDRD ist ein berufsständischer Verband der Ruhestandsplaner. Die Mitglieder des Bundesverbandes Der Ruhestandsplaner Deutschland e.V. BDRD müssen jährlich eine Zertifizierung ablegen, mit der die hohe fachliche Kompetenz nachgewiesen werde, berichtet der Verband. Zudem würden sich die BDRD-Ruhestandsplaner zur Einhaltung hoher ethischer und fachlicher Standards bei der Beratung verpflichten.

Newsletter bestellen

Artikel bewerten

gefällt mir 
 
05

0
 
Das könnte Sie auch interessieren
Artikel empfehlen

Anzeige

Newsletter bestellen