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27.02.2015

AutoKfz-Versicherung: Höhere Prämien für Problemkunden erforderlich?

Risikogruppe oder nicht? Ein Sportwagen in der Großstadt (Symbolfoto)a361102171@Pixabay.com

Kfz-Versicherung: Die Verluste der Autoversicherer beziffern sich derzeit auf bis zu 30 Prozent, weil bestimmte Risikogruppen zu wenig zahlen, kritisiert Marco Morawetz, Leiter der Gen Re Consulting Non-Life in Köln. Er fordert, dass „Problemkunden“ höhere Beiträge zahlen sollen, damit die Sparte wieder kostendeckend arbeiten können.

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Der Preiskampf in der KFZ-Sparte ist hart: So mancher Versicherer nimmt weniger Prämien ein, als er für die Schadenregulierung ausgeben muss. Auf diesen Missstand macht der Berater Marco Morawetz in einem Interview mit Versicherungswirtschaft Heute aufmerksam – und fordert eine Anhebung der Beiträge für „Problemkunden“.

Prämien in Problemsegmenten um 30 Prozent anheben

In bestimmten Segmenten zahlen die Versicherten keine ausreichend hohe Prämie, erklärte Morawetz, der mit Gen Re Consulting die Ertragslage der Autoversicherer analysiert hat. Dies sei gerade in der Vollkasko problematisch, „weil sich Einbußen hier besonders schnell realisieren“. Morawetz rät den Anbietern, ihre Tarifmodelle zu überprüfen. In den ermittelten Problemsegmenten müssten die Prämien für Kunden um 30 Prozent angehoben werden, damit die Versicherungen hier keine Verluste schreiben.

Betroffen seien in der Kfz-Haftpflicht zum Beispiel Risikogruppen wie ältere Fahrer über 75 Jahre, junge Nutzer unter 20 Jahren, Rentner und Pensionäre sowie Vielfahrer mit mehr als 30.000 Kilometer Fahrleistung im Jahr. In der Vollkasko haben die Analysten als Problemgruppe ausgemacht: Junge Autofahrer, Kunden mit Gebrauchtwagen, die über 20.000 Euro wert sind oder Neuwagen, die über 50.000 Euro kosten. „Betroffen sind nach unserer Einschätzung eigentlich alle Kfz-Versicherer in Deutschland“, so der Experte.

Kundenverluste Preis für saubere und nachhaltige Kooperation?

Dass die Prämien für bestimmte Risikogruppen signifikant angehoben werden, könne natürlich zu Kundenverlusten führen, gibt Morawetz zu bedenken. „Doch nach unserer Meinung ist dies ein notwendiger Preis für eine saubere und nachhaltige Kalkulation“. Er rät folglich zu einer Neuberechnung der Tarife.

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Aber: Kann die Kalkulation anhand individueller Risikofaktoren über das Ziel hinausschießen? Wenn die Daten zunehmend individualisierte Tarife gestatten, steht die Idee der Versicherung als Solidargemeinschaft auf dem Spiel, warnte kürzlich die Schriftstellerin und Juristin Juli Zeh. Zwar zielte sie mit ihrer Kritik auf Krankenversicherungen, die rund um die Uhr Gesundheits- und Fitnessdaten sammeln, um individuelle Prämien zu berechnen. Aber auch in der Kfz-Branche sind derartige Verhältnisse denkbar, z.B. dank Telemonitoring. Im Zweifel finden dann bestimmte Risikogruppen kaum noch bezahlbaren Schutz. Drohendes Beispiel hierfür ist die Rosinenpickerei in der BU-Sparte.

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