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Sparten | 14.02.2014
Lebensversicherung 

Bewertungsreserven - Kleinlein kritisiert BaFin

Bewertungsreserven - Kleinlein kritisiert BaFinAxel Kleinlein vom Bund der Versicherten vermisst bei den Planungen zur Neuregelung der Überschussbeteiligung die Neutralität der BaFin.
Foto: Hans / pixabay

BDV-Chef Axel Kleinlein fordert die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zu mehr Neutralität auf. „Wir brauchen eine neutrale Aufsichtsbehörde, die Verbraucherschutz ernst nimmt und berechtigte Ansprüche der Kunden verteidigt“, forderte vor kurzem Axel Kleinlein, Vorstandssprecher der Bund der Versicherten e.V. (BdV). Hintergrund für die Kritik an der BaFin sind Planungen zur Neuregelung der Überschussbeteiligung und die Einordnung der Zinszusatzreserve.


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Bei Planungen zur Neuregelung der Überschussbeteiligung und der Einordnung der Zinszusatzreserve vermisst Axel Kleinlein vom Bund der Versicherten (BdV) die Neutralität der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).


„Die staatlichen Aufseher schlagen sich auf die Seite der Versicherungsunternehmen“, kritisiert Axel Kleinlein. „Sowohl bei der Beteiligung an den Bewertungsreserven als auch bei den Zinszusatzreserven sollen die Kunden Verzicht üben, um die Unternehmen zu stärken“, so Kleinlein. „Da ist es zynisch, dass die Aufsichtsbehörde dann um Mitleid für die Unternehmen wirbt.“

Kunden müssen an den Bewertungsreserven beteiligt werden

Einem Verfassungsgerichtsurteil zufolge, müssen Kunden an den Bewertungsreserven beteiligt werden. Die Versicherungsbranche und die Aufsichtsbehörde wollen aber - nach Darstellung Kleinleins - dass ein Großteil der Gelder auch zukünftig bei den Versicherern verbleibt.

Felix Hufeld, oberster Versicherungsaufseher der BaFin, hatte zuletzt in der Börsenzeitung Partei für die Versicherer ergriffen und die „extraordinäre Belastung“, die aus dem verfassungsrechtlichen Anspruch auf die Überschüsse erwachse, kritisiert.

Als Beleg für die hohe Belastung, die Versicherungsunternehmen aus der anhaltenden Niedrigzinsphase erwachse, dient BaFin-Präsidentin Elke König und Felix Hufeld die Zinszusatzreserve, die sich auf insgesamt circa 13,5 Milliarden Euro beläuft. Dieses zusätzliche Sicherheitspolster muss für solche Verträge gebildet werden, die einen etwas höheren Garantiezins von 3,5 oder 4 Prozent haben.

Kleinlein: Versicherer werden als Leidtragende dargestellt

Zu der Beteiligung an Bewertungsreserven hatte sich Elke König bereits auf dem 13. Vorlesungstag des Institutes für Versicherungswissenschaften in Leipzig (Versicherungsbote berichtete) geäußert. Ein Anleger, dessen Vertrag in zehn bis fünfzehn Jahren ausläuft, könne nicht mehr damit rechnen, dass noch signifikante Bewertungsreserven vorhanden sind, je mehr die jetzigen Kunden von den Bewertungsreserven profitieren.

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Nach Ansicht von Axel Kleinlein dürfe aber die Herkunft dieser Mittel nicht verschwiegen werden: es seien zu 90 Prozent die Versicherungsnehmer, die für die Bildung der Zusatzreserven auf Überschüsse verzichten müssen. Der Beitrag der Unternehmen sei damit vergleichsweise gering. „Die Kunden müssen Verzicht üben, die Unternehmen aber werden von der Aufsicht als die Leidtragenden dargestellt“, moniert Kleinlein, zumal ein Großteil der Kunden nie von den Zinszusatzreserven profitiert.

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Kommentare (8)
03.03.2014 14:02:00

Noch 2 Ergänzungen:
1. Die Altersvorsorge ist Aufgabe der Politiker, der "Volsvertreter", sieh GG Artikel 20. Nicht die der Vermittler. Diese können höchstens ergänzende Produkte anbieten, aber niemals Produkte, die die Umlagerente ( sicher, kostengünstig ) ersetzen.
2. Wir im Osten/ Sachsen haben kaum Klientel, die sich eine private zusätzliche Vorsorge über 100€ monatlich leisten können, somit steht das Thema, dort Versicherungslösungen, oder Fonds, oder sonstige spekulative Produkte anzubieten nicht. Vor allem dann nicht, wenn noch Kredite / Darlehen bestehen.
E. Stopp Versicherungsmakler

03.03.2014 11:54:00

Lieber Herr Stopp,

herzlichen Dank für die ausführliche Antwort. Die Frage, welche Produkte oder Strategien für die Altervorsorge geeignet sind, bleibt leider unbeantwortet.
Daß es nur sehr selten eine unabhängige Beratung gibt sehe ich ebenso. Da ist die Eigenverantwortung der Verbraucher gefragt und vielleicht ist die Honorarberatung ein möglicher Weg. Wie hat es die BaFin-Chefin Frau König bezogen auf die Banken formuliert: "Man sollte nur in Produkte investieren, die man versteht, und eine gesunde Skepsis an den Tag legen." Gilt auch für die Versicherungsprodukte. Sich überhaupt nicht um die Zukunft zu sorgen und von allen Produkten zur Altersvorsorge (Versicherungen, Banken, eigene Immobilie, ...) abzuraten kann meiner Meinung nach aber keine Lösung sein.

Ausgangspunkt der Diskussion war jedoch die Frage, wem die Bewertungsreserven auf Zinspapiere (=zukünftige laufende Gewinne) zugeteilt werden sollten. Meines Erachtens gibt es verschiedene Gruppen: erstens das Kollektiv (dieses umfasst die aktuell ausscheidenden Kunden und die zukünftig ausscheidenden Kunden), zweitens die zukünftigen Kunden (sofern die Versicherung noch Neugeschäft betreibt) und drittens die Besitzer des Versicherungsunternehmens (die Aktionäre oder die Mitglieder = Kunden, je nach Rechtsform).
Nehmen wir zu Vereinfachung der Fragestellung einmal an, dass erstens kein Neugeschäft mehr betrieben wird (dann fallen die zukünftigen Kunden weg) und zweitens das Versicherungsunternehmen genossenschaftlich organisiert ist, d.h. ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit ist (dann sind die Kunden auch die Besitzer). In diesem Fall bleibt dennoch die Frage, wie die Bewertungsreserven im Kollektiv verteilt werden. Da die Bewerungsreserven der Zinstitel sich auf zukünftige laufende Gewinne beziehen, sollten diese auch in Form der zukünftigen Gewinne fliessen und nicht durch Realisierung auf einen aktuellen Zeitpunkt in den Gewinn eines Jahres fliessen.

Nach ausführlicher und am besten unabhängiger Beratung bleibt die Entscheidung für ein Altersvorsorge-Produkt immernoch eine Entscheidung des Kunden. Hier möchte ich nochmals Fr. König zitieren: "In Anlageentscheidungen sollte man mindestens so viel Zeit investieren wie in die Anschaffung eines Smartphones". Zumindest sind die Vertragslaufzeiten bei letzterem meistens deutlich kürzer und die möglichen Verluste deutlich geringer. Trotzdem muß man sich entscheiden, ob man eines möchte und falls ja, welche Marke und mit welchem Anbieter man den Mobilfunk-Vertrag macht.

02.03.2014 11:45:00

Finanzfuchs- eine ehrliche Diskussion kann auch hier nur stattfinden, wenn die Teilnehmer der Diskussion sich zu erkennen geben und nicht anonym handeln.
Das die Frage kommen musste, war klar. Ich habe diese Frage hier schon x-mail beantwortet und spare mir das auch. Nur soviel: Fast jede Beratung zur Altersvorsorge beginnt mit einer Lüge, oder mehreren Lügen: ….ich bin ein unabhängiger Makler, …oder die Beratung kostet Sie nichts. …Oder..die Rente ist garantiert, …oder die Riester R Ente gibt es immer zusätzlich, …usw. Das sind die häufigsten Lügen. Es gibt keinen einzigen unabhängigen Makler, denn das würde bedeuten, dass dieser jedes Produkt, bei jeder Gesellschaft einreichen könnte, also eine Courtagezusage mit allen Gesellschaften hat. So ist also zuerst die Bezahlung der Beratung ( nicht Verkauf) , sowie die zur Verfügung stehenden Produkte und Partner zu klären und ich weise immer darauf hin, dass es Produkte gibt, die nur deshalb niemals angeboten werden, weil der „ Verkäufer „ ( manche nennen sich Berater) dafür vom Anbieter keine Provision/ Courtage erhält. Und es kommt darauf an, ob schon ein Makler-Mandat besteht oder nicht, bzw. ein Maklermandat vom Kunden gewünscht wird. Wenn ein Makler-Mandat besteht, dann folgt die Aufklärung zu den Risiken, wie PHV; Todesfall, BU … usw. ! Erst Risiko-Absicherung, Auswertung bestehender Verträge, dann reden wir mal übers sparen. Und dabei rate ich von Rürup-, Riester –R Enten und Rentenversicherung nach Schicht 3 ab, ….denn da gibt es zum Bsp. den § 89 VAG, meine Erfahrungen nach 15 Jahren Maklertätigkeit und meinen Satz: Es ist garantiert, dass nichts garantiert-was Versicherungen anbetrifft. Selbst Tagesgeld – in dieser Zeit und bei Kleinbeträgen – ist für den Kunden besser, als jede Rentenversicherung. Ich weiß, Ja, jetzt kommt die Inflation, …..die lebenslange Rente …müsse abgesichert werden ….die ganze Manipulation des Kunden, damit er ….unterschreibt. Das läuft bei mir anders. E. Stopp Versicherungsmakler

28.02.2014 14:47:00

Welche Produkte oder Strategien empfehlen Sie dann Ihren Kunden für die Altersvorsorge?

P.S.
Punkt c) beschreibt ja den eben genannten Vorgang. Bereits für Kunden in der Vergangenheit realisierte Bewertungsreserven stehen den jetzigen Kunden nicht mehr zur Verfügung.

27.02.2014 08:47:00

,,,,soweit die Theorie, schön erklärt durch einen Finanzfuchs.
Die Praxis sieht anders aus, benachteiligt werden beide, der der durchspart und der, der den Sparvorgang vorzeitig abbricht!
So können Sie unter RA Fiala / Gutachter Schramm lesen:
Vielfach unterlassene Aufklärung der Kunden über Verlustrisiken bei Lebensversicherungen:

a) Der Versicherer kann zur Herabsetzung der künftigen laufenden Überschussbeteiligung
schreiten. Dies bedeutet eine Wirkung auf Verminderung von Ablaufleistungen aus
Überschüssen, Überschussrenten, und auf nicht garantierte Prämienhöhe, soweit mit
Überschüssen verrechnet.
b) Auch die Kürzung der noch nicht verbindlich zugesagten Schlussüberschüsse käme in Frage
– bis zum letzten Vertragsjahr und bis herunter auf Null.
c) Zudem kann es zur Auflösung stiller Reserven (Bewertungsreserven) mit der Folge der
Verminderung der gesetzlichen Beteiligung an den Bewertungsreserven sowie Verminderung
der Zinsüberschüsse kommen.
d) Zusätzlich kann eine Rückversicherung zur Erzielung erfolgswirksamer
Rückversicherungsprovisionen, mit negativem Effekt auf künftige Kostenüberschüsse,
eingesetzt werden.
e) Denkbar sind nach § 163 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) Prämienerhöhungen
(auch der garantierten Prämie) bzw. Herabsetzung künftiger und laufender garantierter
Leistungen, soweit gesetzlich vorgesehen und vertraglich nicht ausgeschlossen.
.... Zitat Ende !!
Oder:
Es ist garantiert, dass nichts garantiert ist.!!
Da ich als Makler auf Seiten meiner Mandanten stehe, erfahren meinen Mandanten diese Hintergründe ...und ich empfehle schon lange keine KLV / oder Rentenversicherungen wie Rürup -oder Riester R Enten.
Deshalb ist der Ersatz von Leistungen aus der " Umlagerente" durch Kapitalgedeckte Produkte keine Lösung, im Gegenteil, ein unkalkulierbares Risiko für die Kunden und ein " garantierter Gewinn " für die Anbieter.
E. Stopp Versicherungsmakler

26.02.2014 21:38:00

Bei den Zinspapieren entstehen die Bewertungsreserven aus dem Unterschied der aktuellen Zinsen und dem Kuponzins auf dem Papier.
Ein höherer Kuponzins bedeutet höhere laufende Erträge in der Zukunft. Durch Realisierung der Bewertungsreserven werden diese laufenden Erträge der Zukunft (Kuponzahlungen) bereits heute realisiert. Damit werden jedoch die Gewinne der Zukunft geschmälert, da eine Wiederanlage des Geldes nur zu den aktuell niedrigeren Zinsen erfolgen kann.
Das ganze gilt natürlich auch für stille Lasten, wenn die aktuellen Zinsen über den Kuponzinsen eines Papieres liegen.
Zum Ablauf eines Zinspapieres gibt es weder Lasten noch Bewertungsreserven, da der Marktwert dann dem Nominal entspricht.
Fazit: die Beteiligung an den Bewertungsreserven der Zinspapiere schmälert die laufenden Erträge für Versicherte, deren Verträge erst später ablaufen oder die eben nicht voreilig kündigen.

25.02.2014 15:28:00

Herr Wühle, was machen Sie eigentlich beruflich? In der Versicherungsbranche scheinen Sie nicht zu arbeiten, denn dann würden Sie solchen Unsinn nicht schreiben.
Zuerst einmal hat der Verkäufer dem Kunden geschadet, in dem er ihm wohl für dessen Bedarf nicht geeignetes Produkte verkauft hat. ?
Ein Kunde, der seinen Vertrag kündigt, hat genau das gleiche Recht auf " Rendite" , wie einer der seine Beitragszahlungsdauer einhält.
Vom BDV scheinen Sie nun wirklich keine Ahnung zu haben, auch nicht von internen Kämpfen der Blunckchen -Versicherungslobbyisten mit den nun an der Macht befindlichen Kleinlein -Vorstand.
Und Kleinlein Kritik an den untauglichen Vorsorgeprodukten von Rürup- bis Riester R Ente, über alle 3 Schichten, können Sie überall lesen ( zum Handelsblatt, Studien F.- Ebert-Stiftung, ..) und die ist mehr als berechtigt!!! Siehe § 89 VAG.
Eine alte Weissheit sagt: Teile und herrsche. So lange die unten sich gegenseitig bekriegen, können die oben ( Vorstände , Politiker, " Volksvetreter " ) ...machen, was sie wollen.
E. Stopp Versicherungsmakler

25.02.2014 14:09:00

Die künstliche Unterteilung in zwei sich vermeintlich gegenüberstehenden Fronten nenne ich hingegen zynisch. Denn es entspringt lediglich dem Kalkül des BdV, solch eine Frontenbildung zu propagieren. In Wirklichkeit ist der Gegensatz zwischen dem Versichertenkollektiv und den Versicherern gar nicht so groß. Wenn ein Einzelner vor Vertragsablauf kündigt und dafür auch noch mit einem Anteil an Bewertungsreserven belohnt wird, schadet er nicht nur den Versicherer - er schadet vor allem dem Versichertenkollektiv.

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